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5 Jahre Modell Braunschweig": Mit Veolia kam die Erfolgsstrategie
10.02.2010
Das „Modell Braunschweig" hat sich bewährt, so Michel Cunnac: „BS|ENERGY ist in diesen fünf Jahren ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Unternehmensgruppe geworden - nicht nur wirtschaftlich, auch fachlich und menschlich. Den kompetenten Mitarbeitern von BS|ENERGY verdanken wir wichtige Impulse auch für andere Veolia-Unternehmen und Standorte. Und wir freuen uns, dass umgekehrt auch Ideen und Know-how aus unserer Gruppe in Braunschweig auf vielfältige Weise auf fruchtbaren Boden gefallen sind."
Als einen der wichtigsten Gründe für den Erfolg nannte Francis Kleitz, Vorstandschef von BS|ENERGY und Geschäftsführer bei Veolia Wasser, den erfolgten Strategiewechsel. Vor dem Einstieg von Veolia sei BS|ENERGY auf dem Weg in das bundesweite Stromgeschäft mit Endkunden gewesen: "Das ist nicht die Kernkompetenz von Stadtwerken. Mit einer Dauerjagd um wechselwillige Kunden lässt sich auf Dauer kein solides Wachstum erzielen.". Ein bundesweiter Stromanbieter ist BS|ENERGY heute nur noch im gewerblichen Geschäft mit den so genannten Bündelkunden: Neben den Douglas-Filialen und Playmobil zählen dazu auch die Unternehmen der Veolia Wasser-Gruppe. Das Hauptaugenmerk legt BS|ENERGY seit 2005 auf die Interessen der Kundschaft vor Ort - und auf das, was Stadtwerke besser können als überregionale Anbieter: Den Ausbau der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung für die umweltfreundliche Fernwärmeversorgung und den Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Dazu gehört der Bau der neuen Gas- und Dampfturbine (GuD), mit 82 Millionen Euro eines der größten Investitionsvorhaben derzeit in Braunschweig. Anfang 2011 soll die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage in Betrieb gehen. Ohne die GuD wäre der großräumige Fernwärmeausbau in Braunschweig insbesondere in der Innenstadt wiederum nicht möglich. Gestartet vor einem Jahr, werden dort die ersten 60 Gebäude bereits in diesem Winter mit Fernwärme beheizt. Weitere 90 Gebäude warten nur noch auf ihren Anschluss. Die Hauseigentümer werden durch ein umfangreiches Fernwärme-Förderprogramm von BS|ENERGY unterstützt.
Der Ausbau der Fern- und Nahwärme in Verbindung mit der Energieerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die wirkungsvollste Art, die Klimabilanz einer Stadt zu verbessern. Im Vergleich mit den CO2-Emissionen der durchschnittliche Strom- und Wärmeproduktion in Deutschland liegt die künftige Energieproduktion in Braunschweig um jährlich ca. 82.500 Tonnen CO2 niedriger. Dieser Einspareffekt entspricht dem Speichervolumen von 6350 Hektar Wald pro Jahr (13 t/ha).
Kohlendioxid-Emissionen spart auch das vor zwei Jahren errichtete Biogas-Blockheizkraftwerk auf Kraft-Wärme-Kopplungsbasis. Über eine netzfähige Pipeline ist es mit der Biogasanlage in Hillerse verbunden und produziert Biostrom und Biowärme. Das einmalige Modellprojekt bildet zudem einen geschlossenem Wasser- und Energiekreislauf.
Zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens hat ein großer Trumpf der Partnerschaft mit Veolia beigetragen: Die Unabhängigkeit auf dem Energiemarkt. BS|ENERGY Chef Kleitz: „Veolia hat keine eigenen Interessen als Energieerzeuger. Deshalb kann BS|ENERGY frei und unabhängig agieren, zum Wohle der Kunden: Mit unserem eigenen Portfoliomanagement kaufen wir die Energie optimal günstig ein, so dass die Braunschweiger Preise im Vergleich gut dastehen."
Stetig gewachsen ist seit 2005 auch die Bedeutung des Unternehmens für den Standort Braunschweig, wie Cunnac und Kleitz unterstrichen, nicht nur als Gewerbesteuerzahler, sondern auch als wichtiger Arbeitgeber, Investor und Sponsor der Stadt:
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Mitarbeiter: Die BS|ENERGY Gruppe gibt heute 1153 Menschen einen qualifizierten Arbeitsplatz. Dass dieses Beschäftigungsniveau gesichert werden konnte, ist vor allem eine Folge des Erfolgs beim Auf- und Ausbau neuer Geschäftsfelder: Der Übernahme der Stadtentwässerung Braunschweig und der Straßenbeleuchtung in Braunschweig, Burgdorf, Lehrte und Springe sowie dem Aufbau der Stadtwerke in Thale, Springe und Pulheim. Vor dem Einstieg von Veolia sahen die Pläne dagegen eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl vor.
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Investitionen: 170 Millionen Euro hat BS|ENERGY von 2005 bis 2009 in der Stadt investiert - unter anderem in die Sanierung des Schornsteins des HKW Mitte und der Graugussleitungen im Gas- und Wassernetz, in das Kundenzentrum, in Kraftwerksbauten und das Fernwärmenetz. Dabei arbeitet BS|ENERGY eng mit dem Braunschweiger Handwerk zusammen. Vor dem Einstieg von Veolia waren für den gleichen Zeitraum nur Investitionen von 60 Millionen Euro geplant.
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Sponsoring: Ob die Unterstützung der Bundesliga-Basketballs, der Fußballer von Eintracht Braunschweig oder des Reitturniers Löwen Classics - Veolia ist aktiver Sponsor des Braunschweiger Sports. Auch BS|ENERGY engagiert sich jedes Jahr in großem Umfang für Sport, Kultur, Gesellschaft und Soziales in Braunschweig.
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Veolia Stiftung: Die gemeinnützige Stiftung mit den Förderschwerpunkten Umwelt, Beschäftigung und Solidarität hat in und um Braunschweig zahlreiche Projekte gefördert. Beispiele sind die barrierefreie Umgestaltung des Abenteuerspielplatzes Melverode oder die Einrichtung einer Experimentierstation und einer Wasserlandschaft in der Ganztagsgrundschule Comeniusstraße. Eine weitere Förderentscheidung ist gerade getroffen worden: Das Otterzentrum in Hankensbüttel erhält 17.000 Euro für eine Demonstrations-Wasserfilteranlage. Dort können Besucher erleben, mit welchem Aufwand verschmutztes Wasser wieder gereinigt werden muss und werden für seine Reinhaltung sensibilisiert.
Auch für die Zukunft des Standorts Braunschweig ist Veolia-Manager Cunnac optimistisch und plant bundesweites Wachstum: "Veolia Wasser setzt beim Aufbau von Stadtwerken auf das Know-how und die Dienstleistungen von BS|ENERGY. In den nächsten Jahren laufen in vielen Kommunen die Konzessionen für Strom- und Gasnetze aus - das ist eine Chance, die wir nutzen wollen." Gemeinsam bieten die beiden Unternehmen interessierten Kommunen an, sie mit einem auf die jeweiligen Verhältnisse maßgeschneiderten Modell beim Aufbau von Stadtwerken zu unterstützen. Den Erfolgen in Springe und Pulheim sollen weitere solche Partnerschaften folgen.

