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70-Tonnen Dampfturbine trifft in Braunschweig ein
06.07.2010
Die über sechs Meter lange und knapp vier Meter hohe Turbine wurde zunächst an einer Seite des Neubaus in über neun Meter Höhe gehoben. Von dort aus wurde sie durch die vorübergehend geöffnete Fassade ins Gebäude „verschlittet", also Stück für Stück auf Schienen in die Halle geschoben und in exakt festgelegter Position auf einem massiven Betonfundament, ihrem zukünftigen Einsatzort, abgesetzt. Bis Mittwoch folgt die Einbringung des dazugehörigen Getriebes und des Generators, der mit ähnlichen Maßen wie die Turbine seinerseits rund 60 Tonnen auf die Waage bringt. Bei all dem ist höchste Präzision gefragt, da die Kraftwerkskomponenten am Ende auf den Hundertstelmillimeter genau zueinander ausgerichtet und „gekuppelt" werden müssen.
Das Herzstück der neuen GuD-Anlage, die Gasturbine mit Generator, hat Siemens bereits im März geliefert. In den kommenden Monaten wird das Projektteam nun beide Turbosätze schrittweise installieren, in Betrieb nehmen und erproben. Zum Jahreswechsel 2010/11 soll der Probebetrieb der Gesamtanlage starten. Neben den Turbinen liefert und installiert Siemens auch die übergeordnete Leittechnik, mit deren Hilfe die einzelnen Komponenten automatisiert, bedient und beobachtet werden.
So funktioniert die neue Kraftwerksanlage
Die neue GuD-Anlage wird künftig in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben und Braunschweigs Haushalte mit zusätzlichem Strom und Fernwärme versorgen: Die elektrische Leistung wird rund 77 Megawatt (MW) betragen, die thermische Leistung maximal 67 MW. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sind eine höchst energieeffiziente und umweltfreundliche Lösung, um Brennstoff in nutzbare Energie umzuwandeln. Durch die Kombination von GuD- und KWK-Technologie erreicht die Anlage im Heizkraftwerk Mitte einen sehr hohen Gesamtwirkungsgrad von nahezu 88 Prozent.
Das Herzstück der Anlage ist die Gasturbine, der ein Generator zur Stromerzeugung nachgeschaltet ist. Die heißen Abgase der Gasturbine werden in einen Abhitzekessel geleitet. Hier wird wiederum 520 Grad heißer Dampf erzeugt, der eine zweite Turbine, die Dampfturbine, mit Generator zur Stromerzeugung antreibt. Je nach Heizbedarf wird Dampf ausgekoppelt, um damit das Heizwasser im Fernwärmenetz zu erhitzen.

