Ein Partner bei den kommunalen Stadtwerken ist keine Selbstverständlichkeit – kann aber viele Vorteile haben. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Eine reine Rekommunalisierung führt in der Regel weder für die Kommunen noch für ihre Bürger zum bestmöglichen Ergebnis. Vor allem für kleine und mittlere Kommunen ist ein Alleingang mühsam, weil sie sich das komplette Know-how für den Netzbetrieb, den Vertrieb und das Beschaffungsmanagement erst aneignen oder teuer zukaufen müssen. Hinzu kommt das schwer abschätzbare unternehmerische Risiko bei der Übernahme der Netze. Eine klar definierte Partnerschaft kann diese Probleme lösen und die Risiken für die Kommune minimieren.
Wir sind überzeugt, dass das Geschäftsmodell von BS|ENERGY sehr gut zur Strategie und den Bedürfnissen vieler Städte und Gemeinden passt. Sie wollen die Kontrolle über die örtliche Infrastruktur zurückerlangen, an der Wertschöpfung in der Strom- und Gasversorgung partizipieren und die künftigen Energie- und Klimaziele selbst bestimmen. Dazu zeigt unser Modell einen erprobten Weg: Gemeinsam mit den Kommunen bauen wir neue Stadtwerke auf - als gemeinsame Gesellschaft mit mehrheitlich kommunaler Beteiligung und Unternehmenssitz vor Ort.
BS|ENERGY bietet den Kommunen eine komplette Netzwerkstruktur an, mit der das kommunale Stadtwerk wie in einem Baukastensystem die Teile aussuchen kann, die vor Ort benötigt werden. So sind wir in der Lage, Stadwerke in einer schlanken Struktur aufzubauen, die langfristig den Anforderungen der Netzregulierung standhalten, ohne mühsam nach verschiedenen Kooperationspartnern für unterschiedlichste Aufgaben zu suchen und dabei einen hohen externen Beratungsaufwand zu verursachen.
Unsere Stadtwerke sind eigenständige lokale Gesellschaften mit eigener Marke - und maßgeblichem Einfluss der Kommune. Als Dienstleistungspartner steuern wir dabei unser operatives Know-how bei, um regionale Versorgungsstrukturen unter kommunaler Regie wieder zu beleben.
Die Geschäftsführung vor Ort und der Bürgermeister als Vorsitzender des Aufsichtsrats sichern im täglichen Geschäft die kommunalen Bedürfnisse in der Umsetzung.
Beispiel Springe: Dort wurden die Stadtwerke Ende 2008 reaktiviert. Kommune und BS|ENERGY sind in Springe gemeinsam Gesellschafter der neu gegründeten Stadtwerke Springe GmbH, wobei die Stadt die Mehrheit der Anteile hält. BS|ENERGY ist im Rahmen eines Betriebsführungsvertrags für den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Netze und Anlagen verantwortlich. Weil dieser Vertrag auch das Gros der Betriebskosten fixiert, gewinnt die Kommune mehr Sicherheit in der Wirtschaftsplanung der Stadtwerke.
Unter ihrer eigenen Marke bieten die Stadtwerke Springe Strom und Gas zu wettbewerbsfähigen Preisen für Bürger und Gewerbe an, mit großem Erfolg: In gut eineinhalb Jahren wurden über 9.000 neue Kundenverträge geschlossen und so ein Marktanteil bei Strom von 35 Prozent, bei Gas von 57 Prozent erreicht.
Richtig ist, dass die Übernahme der Netze vielfach mit langwierigen Verhandlungen über den Rückkaufswert der Netze verbunden ist. Der Kaufpreis und die zu realisierenden Netzentgelte lassen sich im Vorfeld nur schwer abschätzen. Wir besitzen das fachliche und netzwirtschaftliche Know-how und verfügen auch über die finanzielle Stärke, um das unternehmerische Risiko der Netzübernahme zu begrenzen und zugleich Investitionssicherheit für die Kommunen zu gewährleisten. Man bedenke: Wer die Konzession in den Händen hält, besitzt zugleich auch den Schlüssel zur Umsetzung lokaler Energie- und Klimaziele. Der wesentliche Vorteil für die Bürger ist dabei auch dass durch die Einrichtung eines Kundenbüros vor Ort kurze Wege zum Energieversorger sichergestellt werden können. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten damit rund um die Energieversorgung ihren Ansprechpartner mit Gesicht.

Als Stadtwerkepartner übernehmen wir die Aufgabe, vor Ort ein leistungsstarkes Vertriebsmanagement aufzubauen - von der Kundenakquise über die Abrechnung bis zum reibungslosen Lieferantenwechsel. Wir starten damit parallel zur Konzessionsübernahme mit geschulten Vertriebsmitarbeitern. Zudem entwickeln wir neue intelligente Strom- und Gasprodukte, beispielsweise zeitvariable Tarife oder Verträge mit definierten Laufzeiten und Festpreisgarantien. Unser Anspruch ist es, starke lokale Vertriebsmarken zu entwickeln, die hohe Akzeptanz genießen und ihren Bürgern eine nachhaltige Versorgung zu preiswerten Tarifen bieten. Durch den individuellen Markenauftritt mit dem Logo der Stadt und ein engagiertes Sponsoring schaffen wir es, dass sich die Menschen mit ihren Stadtwerken identifizieren und ein Wechsel zum städtischen Versorger nicht schwer fällt.
Das Modell eignet sich für Kommunen ab 15.000 Einwohnern aufwärts, je nachdem welche Konzessionsverträge vergeben werden. Natürlich können sich auch mehrere kleine Gemeinden, deren Konzessionsverträge in einem ähnlichen Zeitfenster auslaufen, zusammenschließen.
Die Neuvergabe der Konzession läuft nach einem standardisierten Prozedere ab: Zwei Jahre vor Ablauf muss das Auslaufen des bisherigen Konzessionsvertrages im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Empfohlen wird hier eine längere Vorlaufzeit. Vor Beginn des Verfahrens sollte die Kommune die technischen und kaufmännischen Daten beim bisherigen Betreiber anfordern. Wichtig ist die Erstellung einer Bewertungsmatrix mit transparenten Kriterien zur Prüfung der eingehenden Konzepte. Zudem sollte untersucht werden, ob benachbarte Kommunen Interesse an einer Kooperation haben.
Die Kommune fordert nun die Bewerber im wettbewerblichen Dialog auf, ein belastbares Konzept zur Strom- und Gasnetzversorgung vorzulegen. Nach der Bewertung der Angebote anhand der aufgestellten Matrix erteilt die Kommune den Zuschlag an den aus ihrer Sicht besten Bieter. Nun steht der Gründung der Stadtwerke nichts mehr im Wege und die Konzessionen können erteilt werden. Schließlich übernehmen die neu gegründeten Stadtwerke Verhandlungen mit dem bisherigen Betreiber zur Übernahme des Netzvermögens auf und erwerben es zum angemessenen Kaufpreis.
Unser Modell sieht vor, dass die Wertschöpfung in der Kommune mit dem Erfolg der Stadtwerke wächst. Als Stadtwerkepartner sind unsere Wachstumschancen und Entwicklungsperspektiven eng mit den Stadtwerken und den Kommunen verknüpft. Während die Kommunen an der Energieversorgung heute meist nur über die Konzessionsabgabe partizipieren, gewährleisten wir eine solide Gewinnausschüttung und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen.
Zu unserer Philosophie in Partnerschaften gehört die verbriefte Übernahme der Mitarbeiter und der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen. Leistungsgerechte Gehälter, hochwertiger Arbeitsschutz und soziale Absicherung sind für uns selbstverständlich. Zudem setzen wir uns an allen Standorten für familiengerechte Arbeitsbedingungen ein und entwickeln zukunftsfähige Konzepte für die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben.
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