Fernwärmepreise steigen leicht

Zum 1. Oktober passt BS|ENERGY die Fernwärmepreise an: Für die halbjährliche Neuberechnung der Fernwärmepreise werden vertraglich vereinbarte Referenzwerte der letzten sechs bis zwölf Monate herangezogen.

Beim Produkt BS|Fernwärme Plus steigt der Arbeitspreis um rund 3,0 Prozent und beim Produkt  BS Fernwärme Klassik um etwa 2,4 Prozent. 

Bei dem Produkt BS|Fernwärme Klassik und dem Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses von 12.000 Kilowattstunden steigen die monatlichen Ausgaben für die Wärmeversorgung um knapp 6 Euro (brutto). Bei einem Mehrfamilienhaus mit sechs bis acht Wohneinheiten und einem Wärmebedarf von 75.000 Kilowattstunden im Produkt BS|Fernwärme Plus steigen die Ausgaben für die Wärmeversorgung um monatlich circa 32 Euro (brutto).

Wegfall der Gasspeicherumlage zum 31.Dezember führt voraussichtlich zu Preissenkung

Die Gasspeicherumlage hat in den letzten Jahren eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Gasversorgung in Deutschland gespielt. Sie wurde im Krisenjahr 2022 eingeführt, um eine Gasmangellage zu vermeiden. Die Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 31. Dezember 2025 ist im vierten Gesetz zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes geregelt. Der Anfang September beschlossene Entwurf der Bundesregierung für dieses Gesetz geht jetzt in das parlamentarische Verfahren. Durch den Wegfall der Gasspeicherumlage würden die Fernwärmepreise ab dem 1. Januar 2026 voraussichtlich leicht sinken.

Preisgestaltung: Werte der letzten sechs bis zwölf Monate bestimmen Preise

Die Preise für die Fernwärme werden jeweils zum 1. April und 1. Oktober eines Jahres angepasst. Der Preis berechnet sich dabei durch vertraglich mit den Kunden vereinbarte Preisänderungsformeln. In diesen Formeln werden zum Zeitpunkt der Preisänderung Werte der letzten sechs bis zwölf Monate wie beispielsweise Gasindex, Altholzindex, Investitionsgüterindex, Wärmepreisindex und CO2-Preis herangezogen und daraus ein neuer Preis berechnet, der dann für ein halbes Jahr gilt. Diese Werte kommen von neutralen Stellen, wie zum Beispiel dem Statistischen Bundesamt, und sind öffentlich einsehbar. Der Fernwärmepreis bildet daher nicht  das gegenwärtige Marktgeschehen ab, sondern die vergangenen sechs bis zwölf Monate. Steigen die Marktpreise, so erreicht diese Steigerung die Fernwärmekunden erst entsprechend später. Sinken die Marktpreise, so kommt auch die Senkung entsprechend zeitversetzt beim Kunden an.

Wärmewende mit Dekarbonisierung der Wärmeversorgung schreitet voran

Im Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze ist geregelt, dass Wärmenetze bis 2030 zu einem Anteil von 30 Prozent und bis 2040 mit einem Anteil von 80 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme gespeist werden sollen. Da BS|ENERGY im April 2024 aus der Energieerzeugung mit Steinkohle ausgestiegen ist, beträgt der Anteil erneuerbarer Energie an der Wärmeversorgung bereits heute knapp 35 Prozent. Aktuell erstellt BS|ENERGY einen Transformationsplan für die Wärmeversorgung, der Ziele für die Jahre 2030, 2035, 2040 und 2045 darstellt und den Weg dorthin technisch und wirtschaftlich skizziert. Dabei bewegt sich BS|ENERGY stets in einem Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Treibhausgasneutralität und Wirtschaftlichkeit. Ein Ziel ist es unter anderem, den Anteil der Fernwärme an der Braunschweiger Wärmeversorgung deutlich zu steigern und weitere Teile des Stadtgebiets zu erschließen. Für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung setzt BS|ENERGY auf  die Kombination verschiedener treibhausgasneutraler Erzeugungsanlagen. Welche regenerativen Energiequellen das größte Potenzial bieten und wie diese zukünftig genutzt werden können, untersucht BS|ENERGY ergebnisoffen in laufenden Studien.

Hintergrund
BS|ENERGY versorgt in der Löwenstadt rund 60.000 Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen mit Wärme. Die Braunschweiger Fernwärme wird in umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung unter Einsatz eines großen Anteils an erneuerbaren Energien erzeugt. Das Fernwärmenetz misst über 280 Kilometer, dazu kommen nochmals 12 Kilometer an Nahwärmetrassen. BS|ENERGY betreibt derzeit sieben Nahwärmenetze im Braunschweiger Stadtgebiet.