Ein komplexes System aus dicken, glänzenden Metallrohren in einer industriellen Anlage.

Bereit zur Wende!

Deutschland soll bis 2045 treibhausgasneutral werden. In Niedersachsen soll bereits ab 2040 die Wärme zum Heizen zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammen. BS|ENERGY liefert dafür Wärme aus Braunschweig für Braunschweig.

Um dem Klimawandel zu begegnen und die globale Erderwärmung auf möglichst 1,5°C gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, hat sich die Bundesrepublik als einer von 195 Staaten im Rahmen des Pariser Klimaabkommens 2015 verpflichtet, bis 2045 treibhausgasneutral zu werden. Das soll mithilfe der Energiewende gelingen: weg von fossilen Energieträgern wie Öl, Erdgas und Kohle, bei deren Gewinnung, Transport und Verbrennung klimaschädliche Treibhausgase entstehen, hin zu einer Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen.


Ohne Wärmewende keine Energiewende

Die Wärmewende ist essentiell für das Gelingen der Energiewende: Denn über 50 Prozent der Energie werden in Deutschland laut Umweltbundesamt für die Wärmeerzeugung eingesetzt. In Privathaushalten werden sogar fast 90 Prozent der Energie für Wärme wie Heizung, Warmwasser und Klimatisierung aufgewendet – mit rund zwei Dritteln entfällt der Löwenanteil dabei auf das Heizen. Dabei wird, wie eine Auswertung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigt, die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland mit Gas beheizt, in einem Viertel der Wohnungen kommt Heizöl zum Einsatz und 14 Prozent beziehen Fernwärme. In Braunschweig liegt der Fernwärmeanteil bei der Wärmeversorgung bei deutlich mehr als 30 Prozent, rund 60.000 Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen versorgt BS|ENERGY in der Löwenstadt bereits mit Fernwärme.

Auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität

Im Bundesgesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze, kurz auch als Wärmeplanungsgesetz (WPG) bekannt, ist geregelt, dass Wärmenetze bis 2030 zu einem Anteil von 30 Prozent und bis 2040 mit einem Anteil von 80 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme gespeist werden sollen. In der Novelle des Niedersächsischen Klimagesetzes (NKlimaG), das zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist, hat das Land seine Klimaziele angepasst: In Niedersachsen sollen abweichend vom WPG Wärmenetze bereits bis 2040 zu 100 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme gespeist werden.

Durch den von BS|ENERGY im April 2024 vollzogenen Kohleausstieg und dank des neuen Biomasse-Heizkraftwerks (BMHKW) beträgt der Anteil erneuerbarer Energie an der Wärmeversorgung bereits heute bei 38,8 Prozent (Stand: 2025).

Möglich wurde dies durch die Modernisierung und den Neubau von Erzeugungsanlagen mit der größten Investition in der Firmengeschichte von BS|ENERGY in Höhe von rund 250 Millionen Euro. In dem neuen Biomasse-Heizkraftwerk mit dem Hauptbrennstoff Altholz wird in effizienter Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme erzeugt.

Durch die Umstellung von Steinkohle auf Altholz als regenerativem Energieträger sank der Primärenergiefaktor der Fernwärme in Braunschweig von 0,7 auf 0,27. Der Primärenergiefaktor ist eine entscheidende Größe bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs eines Gebäudes. Der Primärenergiebedarf entscheidet unter anderem über erforderliche Sanierungsmaßnahmen und die Höhe der Förderung, die bei der Sanierung oder beim Bau einer Immobilie beantragt werden kann. Zertifikat

Luftaufnahme eines großen Kraftwerks mit einem auffällig hohen Schornstein inmitten eines Stadtgebiets.

Wie funktioniert Braunschweig? Unsere Wärmeversorgung

BS|ENERGY versorgt in der Löwenstadt rund 60.000 Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen mit Wärme. Wie das derzeit funktioniert, erläutert das Schaubild.

Detaillierte Infografik, die das System der Fern- und Nahwärmeversorgung von den Kraftwerken über das Leitungsnetz bis zu den Endverbrauchern veranschaulicht.
Deckblatt des Dokuments „Transformationsplan Fernwärme Braunschweig“ von BS|ENERGY mit Netzkarte.

Wie geht’s weiter? Die nächsten Schritte

BS|ENERGY hat einen Transformationsplan für die Fernwärmeversorgung erstellt. Für den Transformationsplan wurde eine umfassende Ist-, Potenzial- und Soll-Analyse durchgeführt, um einen Pfad zur Treibhausgasneutralität aufzuzeigen. Dabei bewegt sich BS|ENERGY stets in einem Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Treibhausgasneutralität und Wirtschaftlichkeit. Der Transformationsplan definiert Ziele für die kommenden Jahre und skizziert den Weg dorthin technisch und wirtschaftlich.

Mit dem im Mai 2026 veröffentlichten Transformationsplan für die Dekarbonisierung und den Ausbau der Fernwärmeversorgung erfüllt BS|ENERGY die Auflage des Wärmeplanungsgesetzes (WPG), bis zum 31. Dezember 2026 ein strategisches Konzept mit Schritten für die kommenden Jahre vorzulegen. Die Erstellung des Transformationsplan wurde gefördert durch das BEW – Bundesförderung für Effiziente Wärmenetze des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Hier können Sie den Transformationsplan einsehen.

Förderlogos der Europäischen Union (NextGenerationEU) und des Bundeswirtschaftsministeriums.

Wärme aus Braunschweig für Braunschweig – Ausbau der Fernwärme

Fernwärme ist eine bewährte Technologie, deren Ausbau für das Gelingen der Wärmewende von entscheidender Bedeutung ist. Das Fernwärmenetz ist ganzjährig in Betrieb, damit bietet BS|ENERGY zu allen Jahreszeiten eine sichere Wärmeversorgung und die Möglichkeit einer zentralen Warmwasserbereitung.

Ein Ziel des Transformationsplans und der Kommunalen Wärmeplanung ist es, den Anteil der Fernwärme an der Braunschweiger Wärmeversorgung von zur Zeit mehr als 30 Prozent deutlich zu steigern und weitere Teile des Stadtgebiets zu erschließen.

Für eine strategische Wärmenetzplanung hat BS|ENERGY den Ist-Zustand analysiert und dabei folgende Fragen betrachtet: Wo stehen Häuser, welchen Energiebedarf haben diese, welche Gebäude sind bereits an das Fernwärmenetz angeschlossen? Wie ist die bisherige Auslastung und wie hoch ist das Gesamtpotenzial für die Fernwärme?

Hohe Priorität für den Fernwärmeausbau besitzen derzeit die Innenstadt und angrenzende Bereiche. Denn hier können sehr gut und effizient durch Nachverdichten „weiße Flecken“ erschlossen werden. Das bedeutet, dass an meist schon bestehende Verteilleitungen über Hausanschlüsse weitere Gebäude angeschlossen werden. Dann bietet sich das östliche und westliche Ringgebiet für eine Neuerschließung an, da es hier eine dichte Bebauung mit vielen Mehrfamilienhäusern gibt. Auch in der südlichen Innenstadt wird der Ausbau sukzessive vorangehen. BS|ENERGY prüft überall im Stadtgebiet akribisch, ob ein Fernwärmeanschluss in Frage kommt.

Gern prüfen wir für Sie, ob der Hausanschluss Ihres Gebäudes an das Fernwärmenetz möglich ist. Nutzen Sie dazu unsere Online-Abfrage.

Illustration eines Paares vor einem stilisierten grünen Haus mit Heizkörper auf der Fassade.

Kommunale Wärmeplanung

Das Bundesgesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (WPG) verpflichtet Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern mit der Erstellung der sogenannten kommunalen Wärmeplanung, kurz KWP, bis spätestens zum 30. Juni 2026.

Mit dem Beschluss vom 12. Mai 2026 hat der Rat der Stadt Braunschweig die kommunale Wärmeplanung verabschiedet und mit der Wärmewendestrategie einen Maßnahmenkatalog für die nächsten Jahre beschlossen.

Die kommunale Wärmeplanung ist dabei als übergeordnete städtische Strategie zu verstehen, die keine direkten Pflichten bezüglich der Energie- und Wärmequellen für Unternehmen oder Privathaushalte auslöst. Sie soll vielmehr informieren, welche treibhausgasneutrale Energiequelle perspektivisch im jeweiligen Stadtgebiet verfügbar sein wird. Jeder Gebäudeeigentümer entscheidet nach wie vor selbst über die jeweilige Lösung der Wärmeversorgung. Die kommunale Wärmeplanung besteht im Wesentlichen aus einer Analyse des energetischen Infrastruktur- und Gebäudebestands, einer Untersuchung der Potenziale lokaler erneuerbarer Energien, der Aufstellung eines Zielszenarios zur Beschreibung einer treibhausgasneutralen Versorgungsstruktur und einer Wärmewendestrategie.

Mehr Informationen zur kommunalen Wärmeplanung finden Sie auf der Website der Stadt Braunschweig.

Bausteine der Wärmewende

Klar ist, dass eine erneuerbare Energiequelle bzw. eine Erzeugungstechnologie alleine nicht den Braunschweiger Wärmebedarf wird decken können. Vielmehr setzt BS|ENERGY auf die Kombination verschiedener erneuerbarer, dezentraler Erzeugungsanlagen.

Welche regenerativen Energiequellen das größte Potenzial für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung bieten und wie diese zukünftig genutzt werden können, untersucht BS|ENERGY ergebnisoffen in laufenden Studien.

Eine so grundlegende Transformation wie die Wärmewende birgt große Herausforderungen, bietet aber auch die Chance, die nachhaltige und digitale Energiewelt für morgen zu gestalten. Wie genau der Wärme-Erzeugungsmix in Zukunft aussehen wird, wird sich in den kommenden Jahren immer weiter konkretisieren.

Illustration eines Mannes mit Fahrrad neben einer grünen Erdkugel, Windrad und Solarpanels.

Geothermie

Eine vielversprechende Option, die BS|ENERGY derzeit prüft, ist Erdwärme. Erdwärme ist eine konstant verfügbare Energiequelle, die nicht wie Solarenergie und Windkraft vom Wetter und der Jahreszeit abhängig ist. Die Temperatur in der Erdkruste steigt in der Tiefe durchschnittlich um 3 Grad Celsius pro 100 Meter an – das macht in 3.000 Meter Tiefe schon 100 Grad Celsius. In Deutschland eignen sich für die Tiefengeothermie aufgrund der geologischen Voraussetzungen und dem natürlichen Vorkommen von heißem Thermalwasser insbesondere das Norddeutsche Becken – in dem Braunschweig liegt – , das Oberrheintal und das Gebiet zwischen Donau und Alpen. Im Rahmen einer Vorstudie wurde durch ein externes Unternehmen im Auftrag von BS|ENERGY das Potenzial für die Nutzung von Erdwärme in Braunschweig anhand vorhandener Daten geprüft. Diese kam zu dem Ergebnis, dass Potenziale vorhanden sind.

Zum 1. Januar 2025 hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) BS|ENERGY die Erlaubnis zur gewerblichen Aufsuchung von Erdwärme für das Erlaubnisfeld „Braunschweig V” und zum 1. November 2025 für die Erlaubnisfelder „Braunschweig VI”, „Braunschweig VII” und „Gifhorn II” erteilt. Die Aufsuchungserlaubnisse gelten für jeweils drei Jahre und erteilen BS|ENERGY das exklusive Recht, in dem festgelegten Gebiet Erdwärme aufsuchen zu dürfen. Damit sind allerdings noch keine technischen Maßnahmen verbunden. Technische Maßnahmen wie beispielsweise Bodenuntersuchungen, Analysen und Probebohrungen wird BS|ENERGY zu einem späteren Zeitpunkt gesondert in Form von Betriebsplänen beim LBEG beantragen. Über diese Betriebspläne wird dann das LBEG als Bergbehörde unter Beteiligung der involvierten Personen sowie der in ihrem Aufgabenbereich berührten Behörden und den Gemeinden als Planungsträger entscheiden. Derzeit stellt BS|ENERGY die Daten aus früheren Bohrungen und Seismiken in der Region zusammen, um aufbauend auf den bereits vorliegenden Informationen zu den Gesteinsschichten ein Bodenmodell zu entwickeln, das Aufschluss geben kann, wo zukünftige technische Maßnahmen sinnvoll wären.


Flusswasserwärme

Die Oker ist zwar kein Strom wie der Rhein oder die Elbe, aber durchaus eine Option als erneuerbare Wärmequelle, die es zu prüfen gilt. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Oker grundsätzlich eignet. Durch den Einsatz von Flusswasser-Wärmepumpen könnte sie als Wärmequelle genutzt werden und so zur Dekarbonisierung der Braunschweiger Wärmeversorgung beitragen.

Bei der Entwicklung eines solchen Projekts berücksichtigt BS|ENERGY zahlreiche Faktoren: Besonders wichtig sind die technischen Parameter wie Wassermenge und Temperatur der Oker, die maßgeblich die Effizienz und Leistungsfähigkeit einer möglichen Anlage bestimmen. Parallel dazu arbeitet BS|ENERGY eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um alle erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Ein großer Vorteil bei der Umsetzung liegt in der idealen geografischen Lage der Oker. Der Flussverlauf durch Braunschweig ermöglicht kurze Wege zu potenziellen Wärmeabnehmern, was die Effizienz des Systems steigert. Zudem kann BS|ENERGY auf bereits bestehende Infrastruktur, wie die am Heizkraftwerk Mitte, zurückgreifen, was die Installation vereinfacht.

Eine grüne Brücke mit Rohrleitung führt über einen Fluss, im Hintergrund ein großes Kraftwerk.

Wärme aus Abwasser, Klarwasser und aus der Luft

Wärmepumpen werden als wichtige Technologie für das Gelingen der Wärmewende angesehen, denen eine zentrale Rolle in der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung zukommt. Großwärmepumpen funktionieren grundsätzlich wie Wärmepumpen zur Beheizung einzelner Gebäude, haben aber eine deutlich höhere Leistung. Je nach Wärmenetzgröße und Lastprofil können Großwärmepumpen als zentrale Erzeugungseinheit oder in Kombination mit Technologien wie Spitzenlastkesseln eingesetzt werden. Werden sie mit einem Wärmespeicher kombiniert, können Großwärmepumpen entsprechend das Stromnetz stabilisieren und die Versorgungssicherheit erhöhen. Als regenerative Wärmequellen prüft BS|ENERGY derzeit, neben Erd- und Flusswasserwärme, auch die Potenziale von Abwasser, Klarwasser und Umgebungsluft.


Power-to-Heat: Wärme aus Strom

Die Sonne scheint, der Wind weht – zu Zeiten, wenn viel Strom aus erneuerbaren Energiequellen im Stromnetz zur Verfügung steht, ist es mitunter sinnvoll, den überschüssigen Strom in Wärme umzuwandeln. Sogenannte Power-to-Heat-Anlagen wandeln Strom in Wärme um, die ins Fernwärmenetz eingespeist werden kann. Der Wirkungsgrad solcher Anlagen ist in der Regel sehr hoch, bei über 95 Prozent, da nahezu die gesamte eingesetzte elektrische Energie in Wärme umgewandelt wird. Derzeit untersucht BS|ENERGY, ob sich am Heizkraftwerk Mitte eine solche Power-to-Heat-Anlage realisieren lässt. Auf diese Weise würde das Stromnetz entlastet, die Nutzung erneuerbarer Energien optimiert und gleichzeitig eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung ermöglicht. In der derzeitigen Vorplanungsphase prüft BS|ENERGY, wie eine moderne Power-to-Heat-Anlage optimal in das bestehende Fernwärmenetz integriert werden kann.


Und was ist mit Wasserstoff?

Grüner Wasserstoff kann eine wichtige Rolle für die Dekarbonisierung der Energieversorgung und der Industrie darstellen. Laut einem Beschluss der Bundesnetzagentur vom Juli 2024 sollen zwischen 2025 und 2032 für das Wasserstoffkernnetz schrittweise rund 9.700 Kilometer Wasserstoffleitungen deutschlandweit in Betrieb gehen. Dafür sollen sowohl bestehende Erdgasleitungen umgewidmet als auch neue Wasserstoffleitungen gebaut werden. Inzwischen ist ein Wasserstoffkernnetz in Deutschland definiert worden. BS|ENERGY strebt einen Anschluss an dieses Kernnetz in den nächsten Ausbauphasen des Netzes an und setzt sich beim zuständigen Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und den Fernleitungsbetreibern für einen Anschluss an das Heizkraftwerk Mitte ein. Die moderne Gasturbine des Gasturbinen-Heizkraftwerks ist H2ready – das bedeutet, dass sie nach technischen Anpassungen mit einem großen Anteil an erneuerbarem Wasserstoff im Erdgas Strom und Wärme produzieren kann.  Eine Versorgung von Privatkunden mit Wasserstoff ist derzeit nicht vorgesehen.

FAQs - Häufige Fragen

Wärmewende

Unter der Wärmewende versteht man die Umstellung der derzeit fossil dominierten Wärmeversorgung von Gebäuden und Industrie hin zu einer Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energiequellen. Laut Wärmeplanungsgesetz (WPG) soll ab dem Jahr 2045 die Wärme zum Heizen zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Die Wärmewende ist neben der Strom- und Verkehrswende eine der drei Säulen der Energiewende. In der Novelle des Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG), das zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist, hat das Land Niedersachsen seine Klimaziele angepasst: In Niedersachsen sollen abweichend vom WPG Wärmenetze bereits bis 2040 zu 100 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme gespeist werden.

Gemeinsam arbeiten wir bei BS|ENERGY daran, CO2-Emissionen weiter zu reduzieren und die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien voranzutreiben. Um treibhausgasneutral zu werden, wird die BS|ENERGY Gruppe weiterhin ihr Know-how und finanzielle Ressourcen in die Modernisierung der Erzeugungsanlagen und den Netzum- und -ausbau investieren. Dabei arbeitet BS|ENERGY eng mit der Stadt Braunschweig zusammen.

Welche regenerativen Energiequellen das größte Potenzial bieten und wie diese zukünftig genutzt werden können, wurde im Transformationsplan ergebnisoffen untersucht.  Für den Transformationsplan wurde eine umfassende Ist-, Potenzial- und Soll-Analyse durchgeführt, um einen Pfad zur Treibhausgasneutralität aufzuzeigen. Dabei bewegt sich BS|ENERGY stets in einem Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Treibhausgasneutralität und Wirtschaftlichkeit. Der Transformationsplan definiert Ziele für die kommenden Jahre und skizziert den Weg dorthin technisch und wirtschaftlich.

Fernwärme

Fernwärme ist aktueller denn je, da es eine für den Endverbraucher von der Erzeugung unabhängige Wärmeversorgung ist. Flexible Fernwärme-Systeme sind ein tragender Pfeiler für die zukünftige Energieversorgung. Sie sind Stützen für die Versorgungssicherheit und ein wichtiger Hebel, um die CO2-Emissionen auf dem Wärmemarkt zu reduzieren. Ein besonderer Vorteil ist, dass die Wärme beim Kunden unabhängig von der Erzeugungstechnologie genutzt werden kann. Die Erzeugung kann daher an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden, ohne dass der Wärmekunde seine Heizung verändern muss. Außerdem erlauben flexible Wärmenetze – wie das Netz von BS|ENERGY in Braunschweig mit seinen zwei Wärmespeichern am HKW Mitte  – die Speicherung von großen Wärmemengen. So können die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen Strom produzieren, wenn gerade keine Sonne scheint und Photovoltaik-Anlagen keinen Strom produzieren, die Wärme aber erst dann abgeben, wenn unsere Kunden es warm haben wollen.

Fernwärme ist eine bewährte Technologie, deren Ausbau für das Gelingen der Wärmewende von entscheidender Bedeutung ist. Auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität stellt insbesondere die Dekarbonisierung der bestehenden Wärmenetze eine Herausforderung dar. BS|ENERGY plant den Anteil der Fernwärme an der Braunschweiger Wärmeversorgung deutlich zu steigern und weitere Teile des Stadtgebiets zu erschließen. Gern prüfen wir für Sie, ob der Hausanschluss Ihres Gebäudes an das Fernwärmenetz möglich ist. Nutzen Sie dazu unsere Online-Abfrage.

Für eine strategische Wärmenetzplanung hat BS|ENERGY den Ist-Zustand analysiert und dabei folgende Fragen betrachtet: Wo stehen Häuser, welchen Energiebedarf haben diese, welche Gebäude sind bereits an das Fernwärmenetz angeschlossen? Wie ist die bisherige Auslastung und wie hoch ist das Gesamtpotenzial für die Fernwärme? Hohe Priorität für den Fernwärmeausbau besitzen derzeit die Innenstadt und angrenzende Bereiche. Denn hier können sehr gut und effizient durch Nachverdichten „weiße Flecken“ erschlossen werden. Dann bietet sich das östliche und westliche Ringgebiet für eine Neuerschließung an, da es hier eine dichte Bebauung mit vielen Mehrfamilienhäusern gibt. Auch in der südlichen Innenstadt wird der Ausbau sukzessive vorangehen. BS|ENERGY prüft überall im Stadtgebiet akribisch, ob ein Fernwärmeanschluss in Frage kommt.

Im Zuge des Ausbaus und der Nachverdichtung der Fernwärmeversorgung werden noch viele Gebäude und Betriebe zukünftig die Möglichkeit zum Anschluss an das Fernwärmenetz bekommen. Ob ein Haus an eine Fernwärmeleitung angeschlossen werden soll, entscheidet der bzw. die Eigentümer.

Letztlich spielt die Wirtschaftlichkeit eine nicht unwesentliche Rolle für den Anschluss an ein Wärmenetz. Wenn der Ausbau durch weite Entfernungen sehr kostspielig wird, ist der Anschluss für den bzw. die Gebäudeeigentümer nicht mehr attraktiv und eine andere Wärmeversorgung, wie z.B. eine Wärmepumpe, könnte die bessere Alternative sein. Generell gilt: Je weiter Gebäude auseinander liegen und je weniger beheizter Wohnraum vorhanden ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass hier eine andere Wärmelösung besser geeignet ist, als der Anschluss an das Fernwärmenetz.

Ein niedriger Primärenergiefaktor erzeugt automatisch eine bessere Energiebilanz für Haushalte. Um den Klimawandel zu verlangsamen und natürliche Ressourcen zu schonen, ist in Deutschland festgelegt, wie viel Energie ein Gebäude benötigen darf. Dabei wird über den Primärenergiefaktor auch berücksichtigt, welche Klimaauswirkungen durch den eingesetzten Energieträger entstehen. Ein Hausbesitzer hat daher die Möglichkeit, den Primärenergiebedarf des Gebäudes zum Beispiel über zusätzliche Dämmung oder die Auswahl eines Energieträgers mit niedrigem Primärenergiefaktor zu verringern. Wenn dieser für die Fernwärme aufgrund anderer Erzeugungsanlagen sinkt, profitieren alle Immobilienbesitzer und indirekt auch Mieter davon, da bauliche Investitionen dadurch vermieden werden können.

Wasserstoff

Wasserstoff kommt in der Natur nur in gebundener Form vor: In Erdgas, Erdöl, Mineralien und am häufigsten im Wasser, wo es mit Sauerstoff das Molekül H2O bildet. Um das Element zu gewinnen, gibt es unterschiedliche Verfahren. Zurzeit werden noch 95 Prozent des verwendeten Wasserstoffs aus Erdgas hergestellt. Da dabei klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre gelangt, spricht man von “grauem” Wasserstoff. Ebenfalls aus Erdgas wird der “blaue” Wasserstoff gewonnen, mit dem Unterschied, dass das freigesetzte CO2 abgeschieden und gespeichert wird. Um die gesteckten Klimaziele zu erreichen, soll künftig nur “grüner” Wasserstoff verwendet werden, bei dem durch Elektrolyse mit  erneuerbarem Strom aus Wind- und Solarkraftanlagen das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird.

Das Wasserstoffkernnetz ist essentiell für die Energiewende. Nur mit grünem Wasserstoff als Alternative zu fossilen Energieträgern kann eine Dekarbonisierung der Energieversorgung und der Industrie voranschreiten. Laut einem Beschluss der Bundesnetzagentur vom Juli 2024 sollen zwischen 2025 und 2032 schrittweise rund 9.700 Kilometer Wasserstoffleitungen deutschlandweit in Betrieb gehen. Dafür werden sowohl bestehende Erdgasleitungen umgewidmet als auch neue Wasserstoffleitungen gebaut.

Inzwischen ist ein Wasserstoffkernnetz in Deutschland definiert worden. Nach jetzigem Planungsstand ist ein Anschluss von Braunschweig an das Wasserstoffkernnetz nicht vorgesehen.Um die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren und die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien voranzutreiben, setzt sich BS|ENERGY beim zuständigen Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und den Fernleitungsbetreibern für einen Anschluss an das Heizkraftwerk Mitte ein. Die moderne Gasturbine des Gasturbinen-Heizkraftwerks H2ready – das bedeutet, dass sie nach technischen Anpassungen mit einem großen Anteil an erneuerbarem Wasserstoff im Erdgas Strom und Wärme produzieren kann. Eine Versorgung von Privatkunden mit Wasserstoff ist derzeit nicht vorgesehen.

Gasversorgung

Die BS|ENERGY Gruppe nimmt weiterhin Instandhaltungen und notwendige Erneuerungen am Gasnetz vor, plant aber keinen weiteren Ausbau. Die derzeitige Gesetzeslage sieht vor, dass Privatkunden bis zum 31.12.2044 ihre Gasheizung betreiben dürfen. Das bedeutet für uns, dass wir als Energieversorger aus heutiger Sicht unsere Kunden auch bis dahin zuverlässig versorgen werden.

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erzeugung-der-zukunft@bs-energy.de