Wärmedäm­mung

Viel Wärme kann in den unbewohnten Keller entweichen, wenn die Kellerdecke nicht mit einer Dämmschicht von mindestens 8 bis 10 cm Stärke geschützt ist. Diese Maßnahme kann ggf. auch in Eigenleistung erfolgen.

Mit einer richtigen Wärmedämmung der Kellerdecke haben die Hausbewohner warme Füße und sparen Energie. Werden die Kellerräume mitbenutzt und geheizt (z. B. für Hobby und Freizeit), dann gilt das gleiche für den Kellerboden. Auch die Kelleraußenwände sollten dann einen Wärmeschutz erhalten.

Befindet sich die Heizungsanlage außerhalb des Wohnbereiches oder in ungenutzten Räumen, z.B. im Keller, müssen Heizkessel, Warmwasserbereiter sowie Heizungs- und Warmwasserrohre perfekt gedämmt sein, schließlich sollen die Wohn- und nicht die Kellerräume warm werden. Die Dämmung der Heizungsrohre lässt sich kostengünstig selbst durchführen.

Mindestdicke der Dämmschicht (bei einer Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes von 0,035 W/(m*K):

  • Rohrinnendurchmesser bis 22 mm => Dämmstärke >= 20 mm
  • Rohrinnendurchmesser über 22 mm bis 35 mm => Dämmstärke >= 30 mm
  • Rohrinnendurchmesser über 35 mm bis 100 mm => Dämmstärke >= Innendurchmesser
  • Rohrinnendurchmesser über 100 mm => Dämmstärke >= 100 mm

Wenn ohnehin eine Sanierung der Fassade (Farbanstrich oder Putz-Erneuerung) ansteht, sollten Sie eine zusätzliche Dämmung anbringen lassen. Ersparnis: Überschaubarer Mehraufwand für die Anbringung von Wärmedämmung. Die Mehrkosten betragen meist nur 20 Prozent und sind schnell durch die Energieeinsparung wieder eingespielt.

Stimmen Sie im Vorfeld der Sanierung den optimalen Typ der Außenwanddämmung mit Ihrem Architekten ab. Auch unsere Energieberater helfen Ihnen gerne weiter.

Setzen Sie bei allen anstehenden Sanierungen Wärmeschutzverglasung ein. 
Ersparnis: Im Vergleich zur Einfachverglasung konnten Isolierverglasungen seit den 70er Jahren die Energieverluste um mehr als 50 Prozent reduzieren. Moderne Wärmeschutzverglasungen reduzieren die Energieverluste noch einmal um die Hälfte.
Achten Sie auf einen fachgerechten, luftdichten Einbau der Fenster.

Hinweis 1: Häufig werden alte einfach verglaste Fenster gegen neue, dicht schließende Fenster mit Wärmeschutzverglasung ausgetauscht, ohne dass zuvor der Wärmeschutz der Außenwände verbessert wird. Das führt in der Regel zu einer Verlagerung der kältesten Stelle von den Fenstern zu den Außenwänden. Dies kann zur Kondensation von Wasser auf den Wandflächen und in Folge dessen zu Schimmelbildung führen. In diesem Fall sollte die Außenwand mit gedämmt werden.

Hinweis 2: Wichtig ist auch der luftdichte Anschluss an die Dichtheitsebene. Bei einem Leichtbau, wie z.B. einem Holzrahmenbau wird der die Dichtheitsebene mittels Dampfbremse bzw. die Dampfsperre hergestellt. Bei Massivbauten erfolgt der Anschluss durch den Innenputz. Eine dauerhafte Abdichtung zum Bauwerk ist nur mit dauerelastischen Materialien wie Butyl möglich. Die aus Butylkautschuk bestehenden Dichtungsbänder können zusätzlich mit einer Vliesauflage oder einer Alufolie verbunden sein.

Hinweis 3: In einer optimalen Einbausituation entstehen keine Wärmebrücken im Bereich des Überganges vom Fenster zur Außenwand. Hierzu sollte der Fensterrahmen möglichst vollständig in die Dämmebene der Wandkonstruktion gesetzt werden. Bei einem Wandaufbau mit Dämmung der Außenwand von außen kann das Fenster an die Dämmung mit ausreichender Überdeckung des Rahmens gesetzt werden. Das Fenster schließt dabei bündig mit dem äußeren Mauerwerk ab. Wird das Fenster in der Mitte des Mauerwerks angeordnet, ist die äußere Fensterleibung ausreichend zu dämmen. 

Der Fensterrahmen erfüllt eine wichtige Funktion beim Wärmeschutz. Schließlich macht er bis zu 30 Prozent der Fensterfläche aus. So kann ein gutes Wärmeschutzglas in einem schlecht dämmenden Rahmen bis zu 25 Prozent seiner Dämmeigenschaften einbüßen. Fragen Sie den Anbieter nach den Dämmeigenschaften des Rahmens.

Je nach Dämmeigenschaften werden die Profile in verschiedene Gruppen eingeteilt. Rahmen können aus Holz, Kunststoff, Aluminium oder aus Kombinationen von Aluminium und Holz bestehen. Die Qualität der Wärmedämmung eines Fensters lässt sich am U-Wert ablesen - je kleiner der Wert, desto besser die Dämmung. Der Ug-Wert bezieht sich dabei nur auf die Verglasung, deren Dämmeigenschaften in der Regel besser sind, als die des Rahmens. Der Uw-Wert gibt die Dämmqualität des gesamten Fensters einschließlich des Rahmens an. Wurden diese Werte exakt berechnet ergeben sich je nach Fenstergröße leicht unterschiedliche Werte. 

Rollläden dienen dem Sicht-, Wärme- und Sonnenschutz sowie dem Einbruchschutz. Rollladenkästen sollten gut gedämmt und luftdicht eingebaut sein. Die aus den Führungsgurt-Schlitzen kommende Zugluft kann nachträglich durch bürstenartige Dichtungen verringert werden. Eine Alternative können Klapp- oder Schiebeläden sein. 

Über Fensterflächen kann Sonnenenergie passiv genutzt werden. Und zwar gelangt durch die Fenster die Sonnenstrahlung in die Wohnräume; hier wird sie von Innenwänden, Decken und Möbeln absorbiert, gespeichert und bei guter äußerer Wärmedämmung möglichst lange im Gebäudeinneren gehalten.  Für die passive Nutzung sind zur Sonne hin orientierte Fenster bzw. Verglasungen am wichtigsten. So kann die direkte und indirekte Sonneneinstrahlung die Wärmeverluste eines Niedrigenergiehauses um bis zu einem Drittel ausgleichen. Damit es im Sommer aber nicht zu Überhitzungen kommt, muss in dieser Zeit auf einen ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden.

Möglichkeiten zur passiven Solarenergienutzung sind neben Fenstern auch unbeheizte Wintergärten, angebaute und unbeheizte Glashäuser und transparente Wärmedämmung. 

Überprüfen Sie regelmäßig die Dichtheit Ihrer Fenster und Wohnungseingangstüren. Die meisten Fenster und Türen lassen sich an den Scharnieren einstellen. Bei Türen lohnt sich ggf. die Nachrüstung eines sogenannten "Kältefeindes" (Dichtung an der Türunterkante, die sich bei geschlossener Tür absenkt). 

Dämmen sie die oberste Geschossdecke, sofern das Dachgeschoss nicht ausgebaut ist. Diese kostengünstige Maßnahme kann gegebenenfalls in Eigenleistung durchgeführt werden und rechnet sich meistens bereits nach einer Heizperiode. Achten Sie bei der Kombination mit einer Außendämmung auf eine möglichst geschlossene Dämmschicht an den Bauteilanschlüssen.

Bei der Dämmung der Dachschrägen ist unbedingt auf eine luftdichte Konstruktion und damit auf den korrekten Einbau der Dampfsperre oder -bremse zu achten.

Luftdichtheit aller Bauteile ist eine Grundforderung für energiesparendes Bauen. Das gilt besonders für das Dach, denn undichte Stellen bei leichten Konstruktionen wie Dächern können einen Teil der Dämm-Konstruktion wirkungslos machen. Das würde die angestrebte Energieeinsparung verhindern. Schwachstellen sind oft offene Fugen an Durchführungen (Kabeln, Rohrleitungen, Kaminanschlüsse) sowie entlang anschließender Bauteile.

Es braucht sich niemand über einen Mangel an Atemluft bei sorgfältig und fachgerecht ausgeführter Abdichtung Sorgen zu machen: Der gesundheitlich und hygienisch notwendige Luftaustausch erfolgt ausschließlich über Fenster und Türen der Gebäude.

Dachwohnungen mit geringem Wärmeschutz sind im Winter kalt und im Sommer heiß. Je besser die Dachdämmung, desto wohler fühlen sich die Bewohner in einem „vollwertigen" Wohnraum. Man unterscheidet zwischen Zwischensparren-, Untersparren- und Aufsparrendämmung. 

Überprüfen Sie den Zustand Ihrer Dachdämmung. Sind bei Dachflächen mit gleicher Neigung und gleicher Himmelsrichtung bei Raureif oder Schneebelag Lücken erkennbar, die zuerst oder deutlich früher als die Vergleichsflächen auftauen, fehlt es am wirksamen Wärmeschutz. Genaueren Aufschluss gibt ein thermografisches Aufnahmeverfahren. 

Achten Sie bei der Dämmung von Flachdächern auf die richtige Ausführung.

Bei Flachdächern sind Dämmschicht und Dachhaut (-abdichtung) meistens miteinander verbunden. Befindet sich zwischen oberster Geschossdecke und Dach ein zugänglicher Hohlraum, so lässt sich dort eine zusätzliche Dämmschicht einziehen. Die Dämmung von Flachdächern sollten grundsätzlich Fachleute durchführen.