Biomasse-Heizkraftwerk: recycelte Wärme aus Holz

Maßnahme:

Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks (Hauptbrennstoff Altholz) einschließlich einer neuen Turbine zur Strom- und Wärmeerzeugung sowie eines Brennstofflager-Gebäudes.

Die geplante Fernwärmeleistung liegt bei 50-70 MWth; die elektrische Leistung des geplanten Heizkraftwerks beträgt ca. 15-20 MW. Das entspricht dem Wärmebedarf von 50.000 Braunschweiger Haushalten. Die Anlage deckt die Grundlast und läuft ganzjährig. 

Im Biomasse-Heizkraftwerk kommen im Wesentlichen Altholz der Klassen A I bis A IV sowie kleinere Mengen Landschaftspflegeholz und Siebüberläufe als Brennstoff zum Einsatz (weitere Informationen hierzu finden Sie in den FAQs). 

Bei der Verbrennung des Holzes wird nicht mehr Treibhausgas freigesetzt als das Holz bei seinem Wachstum aufgenommen und gespeichert hat. Die energetische Nutzung von Holz erspart der Umwelt daher große Mengen an Kohlendioxid bei der Strom- und Wärmeerzeugung.

Vorteile eines Biomasse-Heizkraftwerks mit dem Hauptbrennstoff Altholz:

  • Energetisch sinnvolle Nutzung unterschiedlicher regional anfallender Mengen (Altholz, Siebüberläufe sowie wenn verfügbar Holz aus der Landschaftspflege)
  • Brennstoff ist günstig und klimafreundlich
  • Altholz ist kurz-, mittel- und langfristig in ausreichenden Mengen verfügbar.
  • Die Nutzenergieerzeugung aus Biomasse in Braunschweig bekommt eine höhere Qualität: Altholz, das bisher weitgehend in veralteten Anlagen nur zur Stromerzeugung genutzt wird, kann in dieser Variante zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden (KWK).
  • deutliche Verbesserung des Primärenergiefaktors

Funktionsweise:

Das Holz wird in einem abgeschlossenen Lagergebäude mit Luftfilter aufbewahrt. So gelangen weder Staub noch unangenehme Gerüche nach außen. Im Lager erfolgt auch eine mechanische Aufbereitung für die Verbrennung. Dabei werden zum Beispiel Metallteile aussortiert. 

Anschließend wird das Holz in einem Biomassekessel mit Rostfeuerung bei über 1000 °C verbrannt. Das heiße Abgas erhitzt in einem aus vielen einzelnen Rohrbündeln bestehenden Kessel Wasser. Der entstehende Wasserdampf treibt eine Dampfturbine an, die mit einem Generator zur Stromerzeugung gekoppelt ist. Der Abdampf der Dampfturbine heizt über weitere Wärmetauscher Fernwärme-Wasser auf. Somit wird der mit Holz erzeugte Wasserdampf doppelt genutzt: einmal für die Stromerzeugung und einmal für die Wärmegewinnung. Das erhöht den Wirkungsgrad des Kraftwerks (Kraft-Wärme-Kopplung).

Weil im Altholz geringe Mengen an Schadstoffen enthalten sind, wird das Heizkraftwerk den sehr strengen Anforderungen der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) entsprechen. Durch die hohen Temperaturen bei der Verbrennung werden die meisten Schadstoffe sofort verbrannt. Den Rest übernimmt eine mehrstufige Rauchgasreinigung nach dem neusten Stand der Technik. 

Die geplante Anlage ist hocheffizient nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG).