Der Weg in eine klimaschonende Zukunft

Das große Ziel bis 2050 – ein weitgehend treibhausgas-neutrales Deutschland – entspringt einem gesellschaftlichen und politischen Konsens. Nachhaltiges Verhalten von Bürgern und Wirtschaft sowie die weitgehende Dekarbonisierung der Energieerzeugung sind hierfür wichtige Bausteine. Bei Strom sind die ersten Meilensteine erreicht – doch die natürlichen Schwankungen bei den regenerativen Energieträgern Sonne und Wind fordern flexible Alternativen und ergänzende Anlagen, die die Energieversorgung stets sicherstellen. Und über Sektorengrenzen hinweg sind der Strommarkt, der Verkehr, die Industrie und auch der Wärmemarkt miteinander zu koppeln, um ein effizientes, ökologisches und wirtschaftlich tragfähiges Gesamtsystem zu realisieren.

Die ressourcensparende Kraft-Wärme-Kopplung – also die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme – sowie effiziente und komfortable Fernwärme-Systeme sorgen schon heute für eine klimaschonende Wärmeversorgung. Und in der Strategie der Bundesregierung für den Energie- und Strommarkt der Zukunft sind flexible Fernwärme-Systeme einer der tragenden Pfeiler. Sie sind Stützen für die Versorgungssicherheit und ein wichtiger Hebel, um die Reduzierung der CO2-Emissionen auf dem Wärmemarkt voranzutreiben. Damit sie die Aufgaben der Zukunft übernehmen können, bedarf es jedoch einer systematischen Weiterentwicklung. 

BS|ENERGY geht voran

Die Anforderungen „nachhaltig“ und „flexibel“ sind auch regional in und für Braunschweig bestimmende Rahmenbedingungen. Der Schutz der Umwelt ist Teil der gesellschaftlichen Verantwortung sowie der Firmenkultur von BS|ENERGY und somit bereits in der Vergangenheit eine wesentliche Leitlinie. Doch über dieses Grundverständnis hinaus wollen wir die neuen Chancen nutzen und Wegbereiter für ein weitgehend treibhausgasneutrales Deutschland sein. Bis 2022 wollen wir die Weichen gestellt haben, damit Braunschweig, seine Bewohner und die hier ansässigen Wirtschaftsunternehmen die Energiewende nicht nur vollziehen, sondern sie aktiv gestalten können. Denn nur so lassen sich die Vorteile, die sich bieten können, auch frühzeitig vor Ort nutzen.

In Braunschweig betreibt BS|ENERGY ein engmaschiges, weit verzweigtes und leistungsfähiges Fernwärme-Netz sowie effiziente Erzeugungsanlagen. Dies ist die gute Ausgangsbasis, um Bewohner, Behörden und Unternehmen wirtschaftlich mit klimaschonend erzeugter Wärme zu beliefern. Zugleich stehen in den kommenden Monaten und Jahren strategische Investitionsentscheidungen an: Bei mehreren Erzeugungsanlagen stellt sich die Frage, ob sie weiterbetrieben, nachgerüstet oder stillgelegt werden sollen. Da BS|ENERGY davon ausgeht, dass der Fernwärme-Bedarf in Braunschweig mindestens stabil, durch das Wachstum der Stadt jedoch eher leicht steigend sein wird, werden Ersatzanlagen benötigt.

Somit ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das Fernwärme-System in der Stadt klimaschonender und flexibler zu machen. Dadurch soll auch die Qualität der Fernwärme weiter erhöht werden: Durch einen weiter verbesserten Primärenergiefaktor bei der Fernwärme erspart BS|ENERGY Immobilienbesitzern Investitionen in besonders aufwendige Dämmmaßnahmen und erleichtert die Umsetzung von Modernisierungsmaßnahmen auch aus städtebaulicher Sicht. Gleichzeitig verbessern wir so die Fördermöglichkeiten von Neukunden und Bestandskunden durch die KfW. Eine Qualitätsverbesserung der Fernwärme vom heutigen Primärenergiefaktor 0,7 auf unter 0,3 ist daher ein Ziel der Zukunftsstrategie von BS|ENERGY.

Von Möglichkeiten zu Maßnahmen

Am Anfang gab es ein leeres Blatt und viele Möglichkeiten für die Strom- und Wärmeerzeugung in Braunschweig. Bewusst haben unsere Experten auch die bestehenden Anlagen konzeptionell hinterfragt.

Die Möglichkeiten umfassten dabei verschiedene Energieträger, Anlagengrößen und Erzeugungstechniken. Zugleich prüften die Fachleute, wie sich durch eine geschickte Kombination unterschiedlicher Erzeugungsanlagen weitere Vorteile erzielen ließen. Ein wichtiger Ansatz dabei war, die Erzeugung bestmöglich an den im Tages- und Jahresverlauf schwankenden Bedarf der Kunden anzupassen.

Das Ergebnis sind drei Varianten, die aus unserer Sicht die besten für eine nachhaltige Strom- und Wärmeversorgung von Braunschweig sind. Herzstück der Erzeugungsanlagen bleibt die bereits bestehende Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) am Standort Mitte:

Variante A „Altholz plus Gasturbine“

Variante B „Abwärme plus Gasturbine“

Variante C „Abwärme plus Altholz“

Es sind Kombinationen aus der ressourcenschonenden Abwärmenutzung aus einem Industriebetrieb, einem Biomasse-Heizkraftwerk mit dem Brennstoff Altholz und einem hocheffizienten und flexiblen Gasturbinen-Heizkraftwerk.