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Emil - Braunschweig fährt induktiv

Projektpartner stellten Wortbildmarke ihres einzigartigen Projektes der induktiven Ladung von Elektro-Linienbussen vor.

von links: Prof. Dr. Jürgen Meins (TU Braunschweig), Jeremie Desjardins (Bombardier), Paul Anfang (BS|ENERGY), Georg Hohmann (Verkehrs-AG), Frank Brandt (Verkehrs-AG), Martin Gruber (Solaris)

Das Projekt der induktiven Ladung von Bussen im Linienverkehr hat die reine Planungs- und Vorbereitungsphase verlassen und nimmt konkrete Gestalt an.

Am 22. November 2012 stellten die Projektpartner Ihre Wortbildmarke vor, die der kabellosen und berührungsfreien Energieübertragung in Elektrobussen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Braunschweig künftig Gesicht und Namen gibt: emil. Emil steht für "Elektromobilität mittels induktiver Ladung". Das Logo zeigt neben dem Namenszug eine Spule als Sinnbild für die berührungsfreie und kabellose Übertragung der Energie in die Linienbusse.

Mit "emil" gehen die Projektpartner BS|ENERGY (Energie), Bombardier (Ladetechnik), die TU Braunschweig (Entwicklung und Projektbegleitung) sowie die Braunschweiger Verkehrs-AG (Projektsteuerung, Linienverkehr im ÖPNV) in die konkrete Umsetzungsphase dieses vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) geförderten und von der Nationalen Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellenenergie (NOW) koordinierten Gemeinschaftsprojektes. Bereits im Mai 2013 soll der erste rein elektrisch betriebene und per Induktion geladene Testbus auf der Ringlinie M19 in Braunschweig verkehren.

Komplexe Technik einfach erklärt
Die zunächst hoch kompliziert klingende Technik soll unter der Wortbildmarke emil möglichst leicht verständlich gemacht und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zukünftigen Fahrgästen der emil-Busse auf der M19 zeigt ein Film, wie der Prozess des Ladens im normalen Linienverkehr funktioniert und die im Projekt Primove von Bombardier entwickelte Energieaufnahme in die Fahrzeuge völlig ungefährlich und sicher abläuft: An ausgewählten Haltestellen und  dem Endpunkt am Hauptbahnhof "tanken" die Fahrzeuge im normalen Linienbetrieb während kurzer Standzeiten über in die Fahrbahn eingelassene Ladestationen Energie. Mit Betriebsschluss fahren die Busse ins Depot auf ihre dortigen Ladestationen um für die nächste morgendliche Ausfahrt "voll geladen" zu sein.

Nächste Schritte
Bis der erste "emil-Bus" im Frühsommer 2013 über den Braunschweiger Ring fährt, werben zwei Elektro-Smart-Dienstwagen der Verkehrs-AG, die das Logo "emil" tragen und rein elektrisch fahren, für das Projekt. Sie sollen im Rahmen dieses Projektes für Dienstfahrten eingesetzt werden, z.B. zur Kontrolle der Haltestellen, die ab dem Frühjahr mit einer Ladestation zur induktiven Energieübertragung ausgestattet werden.

"Das Projekt 'emil' wird nicht nur fachliche Erkenntnisse liefern, sondern Elektromobilität auch für ein breites Publikum sicht- und erlebbar machen", erklärt Paul Anfang, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands von BS|ENERGY, und ergänzt: "Davon werden sowohl der Öffentliche Personennahverkehr als auch der Individualverkehr profitieren." 

"Die Herausforderung eines solchen Projektes besteht vor allem darin, jetzt, nachdem man weiß, dass es funktioniert, alle für den Erfolg wichtigen Komponenten für den täglichen Einsatz im öffentlichen Raum im Linienbetrieb zusammenzuführen", sagt Georg Hohmann, Vorstand der Verkehrs-AG. „Jetzt ist es daran, die Fahrzeuge mit leistungsgerechten Elektromotoren zu bauen und die von Bombardier entwickelte Energieaufnahmetechnik in die Busse zu integrieren. Emil ist ein Erfolgskonzept und alle Partner gehen mit einer großen Motivation an die nun vor uns liegenden Aufgaben", sagt Hohmann.