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Mehr Energie fürs Gas

Große Aufgaben benötigen Vorlauf – deshalb beginnen in Braunschweig die ersten Arbeiten für die Umstellung der Erdgas-Qualität. Ab 2019 bekommen die Verbraucher in Braunschweig Gas mit einem höheren Brennwert. Damit dann die technischen Umstellungen reibungslos verlaufen, werden von der Braunschweiger Netz GmbH (BS|NETZ) beauftragte Monteure ab Mitte 2017 alle Gasgeräte bei den Gasnutzern in Braunschweig katalogisieren. Verbraucher müssen selbst nicht aktiv werden; sie werden rechtzeitig per Post angeschrieben.

Ein Mammut-Projekt für die deutsche Energieversorgung hat begonnen: In Norddeutschland werden die sogenannten L-Gas-Netze auf eine andere Gasqualität umgestellt. Das im Norden meist aus den Niederlanden und Niedersachsen stammende L-Gas wird nach 2030 nicht mehr in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen. Daher wird die Gas-Infrastruktur an das Gas aus Norwegen und Russland – das bisher vor allem in Ost- und Süddeutschland genutzt wird – angepasst. Das sogenannte H-Gas hat einen höheren Brennwert; es besitzt sozusagen mehr Energie pro Kubikmeter als das bisher genutzte L-Gas. In ersten Städten ist die Umstellung bereits erfolgt. In Braunschweig ist BS|NETZ für die Arbeiten verantwortlich. Dabei spielt es keine Rolle, für welchen Gas-Lieferanten sich die Kunden entschieden haben. „Wir sind Teil eines nationalen Großprojekts und machen das Gasnetz in Braunschweig fit für die Zukunft“, fasst Kai-Uwe Rothe, Geschäftsführer von BS|NETZ zusammen.

Im Sommer 2017 beginnt in Braunschweig die sogenannte Erhebungsphase. „Die Nutzer von Gasgeräten brauchen sich nicht bei uns melden – wir schreiben jeden einzeln mit einem Terminvorschlag an“, hebt Pia Dubray hervor, die bei BS|NETZ das Projekt leitet. Zu den mit den Verbrauchern abgestimmten Terminen besichtigen geschulte Monteure die Kundenanlagen in Braunschweig. Bis zum Frühjahr 2019 werden die Mitarbeiter der beauftragten Firmen jedes Gerät erfassen und festlegen, welche Arbeiten ausgeführt werden müssen und welche Teile dafür benötigt werden. Anschließend erfolgt bis 2021 in einem genau ausgearbeiteten Zeitplan die Umrüstung der Geräte und die Umstellung der Gasqualität im Gasnetz von BS|NETZ .

Die Umstellung ihrer Gasgeräte müssen die Gasnutzer übrigens nicht extra bezahlen. Denn die Kosten werden aus einer Umlage finanziert, die bereits bundesweit von allen Gas-Kunden seit 2015 erhoben wird. Dies und weitere gesetzliche Vorgaben für die Umstellung sind im Energiewirtschaftsgesetz (§19a) festgelegt.

In Braunschweig müssen in mehr als 50.000 Haushalten und Betrieben die Geräte umgerüstet werden – vom Backofen über die Brennwerttherme bis hin zu Industrieanlagen. Nicht betroffen von den Umstellungsarbeiten sind übrigens Erdgas-Fahrzeuge, da deren Motoren problemlos mit beiden Gasqualitäten funktionieren. Besitzer dieser Autos können sich jedoch freuen, da die Reichweite mit H-Gas durch den höheren Brennwert steigt. Je nach Fahrzeugmodell kommen die Autos dann rund 10 bis 15 Prozent weiter mit einer Tankfüllung.

Für Verbraucher, die Fragen zur Umstellung haben, hat BS|NETZ bereits ein „Gasbüro“ eingerichtet und eine telefonische Hotline geschaltet. Außerdem ist schon jetzt die Internetseite http://erdgas-umstellung.de/ online, mit der die Gasversorger in Deutschland über die Umstellung von L- auf H-Gas informieren. Auf der Website www.bs-netz.de stellt BS|NETZ aktuelle Informationen speziell für Gasnutzer in Brauschweig bereit.

Service-Kasten Sicherheit
Vorsicht vor Trittbrettfahrern und Trickbetrügern
Die von BS|NETZ beauftragten Monteure können sich mit Firmenausweisen ausweisen. Sie verkaufen keine Geräte und nehmen keine Arbeiten vor, die direkt bezahlt werden müssen. Auch beraten sie nicht zu Energielieferverträgen und stellen keine Verträge um. Die Besuche der Mitarbeiter werden von BS|NETZ angekündigt und vor August 2017 werden keine Kundenanlagen besichtigt. „Zögern Sie nicht, sich im Zweifelsfall an BS|NETZ, das Gasbüro oder die örtliche Polizeidienststelle zu wenden“, bittet Pia Dubray.