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Technologie-Mix im urbanen Raum: TU Braunschweig und BS|ENERGY wollen mit Projekt „Campus + Stadt“ Reallabor der Energiewende werden.

News: Presse

Braunschweig. Energie wird dezentral und nachhaltig bereitgestellt, gespeichert und bei Bedarf wieder in Strom oder Wärme gewandelt.

 

Wasserstoff- oder elektrisch-betriebene,  autonome Fahrzeuge pendeln hin und her – geleitet über ein eigenes Funknetz. Was wie Zukunftsmusik klingt, könnte schon bald Realität werden. Denn mit diesem Konzept nehmen BS|ENERGY und die Technische Universität Braunschweig, mit dem An-Institut SIZ  energie+, beim Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) teil.  

Die Idee von „Campus+Stadt | klimaneutral Zukunft gestalten“: Die Standorte der örtlichen Campuslandschaft werden untereinander und mit den angrenzenden Stadtquartieren nachhaltig und energieeffizient vernetzt, um den CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren. Bereits im laufenden Projekt „Klimaneutraler Campus 2050“, ebenfalls durch das BMWi gefördert, wurden umfangreiche Vorarbeiten zur großtechnischen Umsetzung eines Reallabors geschaffen. So konnten die CO2- Emissionen der rund 200 Campus-Gebäude in den letzten fünf Jahren um rund 20 Prozent gesenkt werden.

Jetzt geht es weiter voran: Kern des Projektes „Campus + Stadt“  ist  die Kombination  verschiedener Technologien. Weitere Photovoltaik-Anlagen werden installiert, effiziente Energiespeichersysteme integriert und alternative Mobilitätskonzepte weiterentwickelt. „Für die Verbindung der Standorte der TU Braunschweig ist der Einsatz von Fahrzeugen mit H2-Brennstoffzelle vorgesehen, was die Erprobung von alternativen Antrieben ermöglicht“, so Prof. Dr. Thomas Vietor vom Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) der TU Braunschweig. Zusammen kommen alle Technologien in einer digitalen Plattform, in der aus den einzelnen Anlagenteilen ermittelte Daten gesammelt, evaluiert und auf weitere Konzepte übertragen werden können. „Damit Energiewende im urbanen Raum funktioniert, muss eine Vielzahl von Technologien und Services integriert werden. Das wird nicht über eine „All-in-One-Lösung möglich sein.“, so der Koordinator des wissenschaftlichen Konsortiums Prof. Dr. M. Norbert Fisch vom Institut für Gebäude- und Solartechnik der TU Braunschweig.

Weiterhin wird analysiert, inwiefern viele solcher energieoptimierten Quartiere einen kostenintensiven Übertragungsnetzausbau vermindern können. „Zurzeit ist der für die Windkraft an der Küste notwendige Übertagungsnetzausbau Nord-Süd gerade in Niedersachsen aus Akzeptanzgründen eine Achillessehne der Energiewende. Daher sollte ein zusätzlicher Ausbau nach 2030 auf ein Minimum begrenzt sein, um die Akzeptanz der Bevölkerung für die Energiewende weiterhin zu erhalten“, so Prof. Dr. Bernd Engel vom Institut elenia der TU Braunschweig.

 

Das Projekt soll zum Vorbild für andere Quartierslösungen werden und damit eine Strategie für die Energiewende im urbanen Raum vorgeben. Dr. Volker Lang, Vorstand bei BS|ENERGY, sieht im Ansatz des Reallabors einen bedeutenden Mehrwert: „Der Erfolg der Energiewende hängt entscheidend von der Umsetzung im städtischen Raum ab. Im Gebiet  rund um die TU testen wir praktische Ansätze für die nachhaltige lokale Strom- und Wärmeversorgung sowie für die Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Von der Umsetzung versprechen wir uns viele neue Impulse für das gesamte Stadtgebiet.“