Smart Meter kommen

Das Stromnetz der Zukunft ist intelligent: Ein "Smart Grid" transportiert neben Energie auch Daten, ermöglicht eine effizientere Ressourcensteuerung und trägt zur Stabilität der Netze bei. Ein Baustein davon sind sogenannte Smart Meter, die den Stromverbrauch digital erfassen und detailliert protokollieren. Das kann helfen, den eigenen Verbrauch im Auge zu behalten und energieeffizienter zu leben. 

Unterschieden wird bei Smart Metern zwischen modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen. Im Unterschied zu modernen Messeinrichtungen, die nur den Verbrauch erfassen und die aktuelle Leistung anzeigen, können intelligente Messsysteme auch Daten senden und empfangen. „Wir planen, bis 2022 in Braunschweig bis zu 60.000 Kunden mit Smart Metern auszurüsten. Diese Modernisierung bietet uns und unseren Kunden neue Möglichkeiten und bildet die Basis für künftige Innovationen“, erklärt Jürgen Rusche, Projektleiter bei BS|ENERGY. Denkbar sind innovative Einsatzgebiete im Umfeld von SmartHome-Systemen sowie der Elektromobilität. 

Die Einführung erfolgt nach Verbrauchsstufen. Los geht es zunächst mit Großverbrauchern ab 10.000 kWh Jahresverbrauch. Zur Einordnung: Eine vierköpfige Familie im Einfamilienhaus verbraucht im Schnitt weniger als die Hälfte. Auch wer stromerzeugende Anlagen wie Photovoltaik mit mehr als 7 kW Nennleistung betreibt, fällt in die erste Einbaustufe. Im nächsten Schritt erhalten ab 2020 jene Haushalte, die mehr als 6.000 kWh verbrauchen, ein intelligentes Messsystem. Wer jährlich unter 6.000 kWh verbraucht, erhält bis 2032 zumindest eine moderne Messeinrichtung, also einen elektronischen Zähler. Den Einbau nehmen die Messstellenbetreiber vor. 

Welche Kosten höchstens berechnet werden, legen gesetzliche Obergrenzen fest: Für eine moderne Messeinrichtung sind das maximal 20 Euro, für ein intelligentes Messsystem im 2-Personen-Haushalt zum Beispiel maximal 30 Euro pro Jahr. Die Datensicherheit ist gesetzlich durch die Zertifizierung der Geräte geregelt. Bei einem Verbrauch unter 6.000 kWh erhalten Energieversorger und Netzbetreiber nur Daten zum jährlichen Gesamtverbrauch – wie bei herkömmlichen Zählern. Detailliertere Daten fließen nur, wenn zum Beispiel bei künftig denkbaren variablen Tarifen etwas Anderes vereinbart wird.