Mit der Novelle des Niedersächsischen Klimagesetzes (NKlimaG) zum 1. Januar 2026 hat Niedersachsen seine Klimaziele angepasst: Wärmenetze sollen bereits bis 2040 zu 100 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme gespeist werden. Durch den von BS|ENERGY im April 2024 vollzogenen Kohleausstieg und dank des neuen Biomasse-Heizkraftwerks (BMHKW) beträgt der Anteil erneuerbarer Energie an der Wärmeversorgung bereits heute 38,8 Prozent (Stand: 2025). Möglich wurde dies durch die Modernisierung und den Neubau von Erzeugungsanlagen mit der bislang größten Investition in der Firmengeschichte von BS|ENERGY in Höhe von rund 250 Millionen Euro. In dem neuen BMHKW mit dem Hauptbrennstoff Altholz wird in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme erzeugt.
Wie geht es weiter? Der Transformationsplan...
Im Bundesgesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze, kurz auch als Wärmeplanungsgesetz (WPG) bekannt, ist geregelt, dass Energieversorger und Wärmenetzbetreiber einen Plan aufstellen, der beschreibt, wie die Treibhausgasneutralität1 vor Ort erreicht werden kann. BS|ENERGY hat einen Transformationsplan für die Dekarbonisierung und den Ausbau der Fernwärmeversorgung in Braunschweig erarbeitet, der Ziele für die kommenden Jahre bis 2040 definiert und den Weg dorthin skizziert. Dabei bewegt sich BS|ENERGY stets in einem Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Treibhausgasneutralität und Wirtschaftlichkeit. Der Transformationsplan ist auf www.bs-energy.de/transformationsplan einsehbar.
1 im Sinne der Regelungen zur Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), Stand: Januar 2025
„Mit der KWP der Stadt Braunschweig und dem Transformationsplan von BS|ENERGY erhalten die Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger erstmals Auskunft darüber, welche treibhausgasneutralen Energiequellen für die Wärmeversorgung in den kommenden Jahren im jeweiligen Stadtgebiet verfügbar sein sollen.”
Dr. Volker Lang
Vorstandsmitglied von BS|ENERGY
...und die kommunale Wärmeplanung
Das WPG verpflichtet Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern mit der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung, kurz KWP, bis spätestens zum 30. Juni 2026. In der Sitzung vom 12. Mai 2026 hat der Rat der Stadt Braunschweig die kommunale Wärmeplanung verabschiedet und mit der Wärmewendestrategie einen Maßnahmenkatalog für die nächsten Jahre beschlossen. Die kommunale Wärmeplanung ist dabei als übergeordnete städtische Strategie zu verstehen, die keine direkten Pflichten bezüglich der Energie- und Wärmequellen für Unternehmen oder Privathaushalte auslöst. Sie soll vielmehr informieren, welche treibhausgasneutrale Energiequelle perspektivisch im jeweiligen Stadtgebiet verfügbar sein wird und gibt eine Empfehlung zur Wärmeversorgung in Richtung Fernwärme oder dezentraler Lösung. Jeder Gebäudeeigentümer entscheidet nach wie vor selbst über die jeweilige Lösung der Wärmeversorgung.
Wärme aus Braunschweig für Braunschweig
Ein Ziel des Transformationsplans und der kommunalen Wärmeplanung ist es, den Anteil der Fernwärme an der Braunschweiger Wärmeversorgung deutlich zu steigern und weitere Teile des Stadtgebiets zu erschließen. Fernwärme ist eine bewährte Technologie. Das Fernwärmenetz ist ganzjährig in Betrieb, damit bietet BS|ENERGY zu allen Jahreszeiten eine sichere Wärmeversorgung und die Möglichkeit einer zentralen Warmwasserbereitung. Für eine strategische Wärmenetzplanung hat BS|ENERGY den Ist-Zustand analysiert und dabei folgende Fragen betrachtet: Wo stehen Häuser, welchen Energiebedarf haben diese, welche Gebäude sind bereits an das Fernwärmenetz angeschlossen? Wie ist die bisherige Auslastung und wie hoch ist das Gesamtpotenzial für die Fernwärme?
Gemeinsam mit der Stadt Braunschweig hat BS|ENERGY untersucht, wo der Anschluss an das Fernwärmenetz kurz-, mittel- und langfristig möglich sein wird und Ausbau-, Verdichtungs- und Prüfgebiete definiert. Hohe Priorität für den Fernwärmeausbau haben derzeit die Innenstadt und angrenzende Bereiche. Denn hier können sehr gut und effizient durch Nachverdichten „weiße Flecken“ erschlossen werden. Das bedeutet, dass an meist schon bestehende Verteilleitungen über Hausanschlüsse weitere Gebäude angeschlossen werden. Dann bietet sich das Östliche und Westliche Ringgebiet für eine Neuerschließung an, da es hier eine dichte Bebauung mit vielen Mehrfamilienhäusern gibt. Auch in der südlichen Innenstadt wird der Ausbau sukzessive vorangehen.
Kommt die Fernwärme auch zu Ihnen?
› Für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger steht auf www.bs-energy.de/unsere-fernwaerme ein interaktives Abfrage-Tool bereit. Mit wenigen Klicks lässt sich einfach und schnell feststellen, ob die eigene Immobilie in einem Ausbau-, Verdichtungs- oder Prüfgebiet liegt und wann die Fernwärme zu ihnen kommen könnte. So lässt sich einfach überprüfen, welche Wärmeversorgung an der jeweiligen Adresse perspektivisch möglich sein wird.
„Mit dem Online-Tool geben wir Immobilienbesitzern ein Werkzeug an die Hand, um einfach und schnell zu überprüfen, ob eine Wärmeversorgung durch Fern- oder Nahwärme an ihrer Adresse voraussichtlich möglich sein wird.
So schaffen wir Transparenz und tragen zur Planbarkeit bei.”
Dr. Volker Lang
Vorstandsmitglied von BS|ENERGY