Das Internet-Café 50plus
Digitale Hilfe auf Augenhöhe
Seit 1999 öffnet das „Internet-Café 50plus“ zweimal die Woche seine Pforten im Louise-Schroeder-Haus, um Menschen im reifen Alter kostenfrei bei Fragen zum Umgang mit digitalen Medien zu helfen.
Friedrich Metje koordiniert das rund 24-köpfige ehrenamtliche Team hinter dem Café. Der 79-jährige ist, so wie alle Mitglieder, als Rentner in das Team eingestiegen und seit 15 Jahren in der Leitung aktiv: „Unser Ältester wird in diesem Jahr 93. Der ist schon seit 17 Jahren dabei. Die meisten sind zwischen 80 und 90. Wir haben aber auch Gott sei Dank ein bisschen Nachwuchs im Alter um die 60 gewonnen.“ Um Nachwuchs zu finden, präsentiert sich das „Internet-Café 50plus“ regelmäßig auf Veranstaltungen wie dem jährlichen Tag der Senioren. Hier haben Gruppen, Institutionen, Vereine und private Anbieter die Möglichkeit, ihr Angebot zu präsentieren, Flyer zu verteilen und in den direkten Austausch zu kommen.
Voraussetzung zum Helfen ist ein grundlegendes Verständnis von neuer Technologie. Wirklich große IT-Kenntnisse werden eher selten benötigt: „Meistens besuchen uns Seniorinnen und Senioren. Vor allem Damen kommen mit dem Smartphone.“ Diesen Kunden hilft das Team jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr und Donnerstag von 10 bis 13 Uhr dabei, Handys neu einzurichten, SIM-Karten einzulegen oder allgemeines Wissen wie z. B. den Umgang mit WhatsApp oder der Handykamera zu vermitteln.
Eine dieser Kundinnen ist Ingrid Rambow. Durch eine Long-Covid-Erkrankung hat die 75-Jährige vieles, was sie früher konnte, vergessen und muss sich dieses nun mühsam neu beibringen. Durch einen Zeitungsbeitrag ist sie auf das Angebot des Internet-Cafés aufmerksam geworden und schätzt, dass sie hier auf Personen im gleichen Alter treffen kann: „Ich war schon bei einem anderen Hilfekurs von jungen Studenten der TU, die machen das auch ehrenamtlich. Das war alles schön und gut, aber die machen das alles so schnell und können einen nicht gut nachvollziehen.
Wer Lust hat, das „Internet-Café 50plus“ kennenzulernen, kann ohne Anmeldung unverbindlich zu den Öffnungszeiten vorbeikommen. Spenden für die Hilfe sind zwar erwünscht, aber nicht verpflichtend, erklärt Friedrich Metje. Am Ende geht es allen hauptsächlich darum, einander zu helfen „und wenn die Kunden zufrieden sind, freuen wir uns mit Ihnen!“
Mehr Information gibt es auf www.ica50plus-bs.de. Wer selbst ehrenamtlich mitmachen möchte, kann sich unter info@ica50plus-bs.de melden oder einfach vorbeikommen.