Fernwärmepreise steigen leicht
Zum 1. Oktober passt BS|ENERGY die Fernwärmepreise an: Für die halbjährliche Neuberechnung der Fernwärmepreise werden vertraglich vereinbarte Referenzwerte der letzten sechs bis zwölf Monate herangezogen.
Beim Produkt BS|Fernwärme Plus steigt der Arbeitspreis um rund 1,4 Prozent und beim Produkt BS|Fernwärme Klassik um etwa 1,2 Prozent.
Bei dem Produkt BS|Fernwärme Klassik und dem Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses von 12.000 Kilowattstunden steigen die monatlichen Ausgaben für die Wärmeversorgung um rund 2,81 Euro (brutto). Bei einem Mehrfamilienhaus mit sechs bis acht Wohneinheiten und einem Wärmebedarf von 75.000 Kilowattstunden im Produkt BS|Fernwärme Plus erhöhen sich die Ausgaben für die Wärmeversorgung um monatlich circa 14,20 Euro (brutto).
Preisgestaltung: Werte der letzten sechs bis zwölf Monate bestimmen Preise
Die Preise für die Fernwärme werden jeweils zum 1. April und 1. Oktober eines Jahres angepasst. Der Preis berechnet sich dabei durch vertraglich mit den Kunden vereinbarte Preisänderungsformeln. In diesen Formeln werden zum Zeitpunkt der Preisänderung Werte der letzten sechs bis zwölf Monate wie beispielsweise Gasindex, Altholzindex, Investitionsgüterindex, Wärmepreisindex und CO2-Preis herangezogen und daraus ein neuer Preis berechnet, der dann für ein halbes Jahr gilt. Diese Werte kommen von neutralen Stellen, wie zum Beispiel dem Statistischen Bundesamt, und sind öffentlich einsehbar. Der Fernwärmepreis bildet daher nicht das gegenwärtige Marktgeschehen ab, sondern die vergangenen sechs bis zwölf Monate. Steigen die Marktpreise, so erreicht diese Steigerung die Fernwärmekunden erst entsprechend später. Sinken die Marktpreise, so kommt auch die Senkung entsprechend zeitversetzt beim Kunden an.
Ausbau der Fernwärme und Umbau der Erzeugung
Im Mai 2026 hat BS|ENERGY einen Transformationsplan für die Dekarbonisierung und den Ausbau der Fernwärmeversorgung veröffentlicht, der ein strategisches Konzept mit Schritten für die kommenden Jahre beschreibt. Die Erstellung des Transformationsplan wurde gefördert durch das BEW – Bundesförderung für Effiziente Wärmenetze des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Der Transformationsplan ist unter www.bs-energy.de/transformationsplan einsehbar. Ein Ziel des Transformationsplans von BS|ENERGY ist es, den Anteil der Fernwärme an der Braunschweiger Wärmeversorgung von zur Zeit mehr als 30 Prozent deutlich zu steigern und weitere Teile des Stadtgebiets zu erschließen. Interessierte Immobilieneigentümer können über die Online-Abfrage auf www.bs-energy.de/waerme/fernwaerme-anfrage feststellen, ob und wann an ihrer Adresse eine Wärmeversorgung durch Fern- oder Nahwärme voraussichtlich möglich sein wird. Für die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung setzt BS|ENERGY auf die Kombination verschiedener Erzeugungsanlagen. Klar ist, dass künftig den gesamten Braunschweiger Wärmebedarf nicht eine erneuerbare Energiequelle bzw. eine Erzeugungstechnologie wird decken können. Vielmehr setzt BS|ENERGY auf die Kombination verschiedener dezentraler Erzeugungsanlagen. Welche regenerativen Energiequellen das größte Potenzial für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung bieten und wie diese zukünftig genutzt werden können, untersucht BS|ENERGY derzeit in Studien. Als regenerative Wärmequellen prüft BS|ENERGY, neben Erd- und Flusswasserwärme, auch die Potenziale von Abwasser, Klarwasser und Umgebungsluft.
Hintergrundinformationen:
BS|ENERGY versorgt in der Löwenstadt rund 60.000 Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen mit Wärme. Die Braunschweiger Fernwärme wird in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Das Fernwärmenetz misst mehr als 280 Kilometer, dazu kommen nochmals 12 Kilometer an Nahwärmetrassen. BS|ENERGY betreibt derzeit sieben Nahwärmenetze im Braunschweiger Stadtgebiet. Im Bundesgesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (WPG) ist geregelt, dass Wärmenetze bis 2030 zu einem Anteil von 30 Prozent und bis 2040 mit einem Anteil von 80 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme gespeist werden sollen. In der Novelle des Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG), das zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist, hat das Land seine Klimaziele angepasst: In Niedersachsen sollen abweichend vom WPG Wärmenetze bereits bis 2040 zu 100 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme gespeist werden. Da BS|ENERGY im April 2024 aus der Energieerzeugung mit Steinkohle ausgestiegen ist, beträgt der Anteil erneuerbarer Energieträger an der Wärmeversorgung in Braunschweig bereits heute knapp 38,8 Prozent (Stand: 2025). Möglich wurde dies durch die Modernisierung und den Neubau von Erzeugungsanlagen mit bis dato der größten Investition in der Firmengeschichte von BS|ENERGY in Höhe von rund 250 Millionen Euro. In dem neuen Biomasse-Heizkraftwerk mit dem Hauptbrennstoff Altholz wird in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme erzeugt.
Archiv-Meldung vom 29.09.2026 – Inhalte spiegeln den damaligen Stand wider.