Gruppe von Jugendlichen und Erwachsenen in einem Klassenraum, eine Frau hält eine mit Spielgeld und Logos dekorierte Kiste
Steffen Jütte (SEBS, 2. V. l. und Stiftungspate), Judith Kraft (4. v. l., Geschäftsführerin SEBS) und Ina Patricia Rieger (Öffentlichkeitsarbeit SEBS) übergaben im Namen der Veolia Stiftung 1.000 Euro an das Projekt „Repair AG“ am Braunschweiger Wilhelm-Gymnasium.

Reparieren statt wegwerfen

In unserem Alltag nutzen wir zahlreiche Geräte – elektronische und andere. Sehr oft werden diese Gegenstände weggeworfen, wenn sie nicht mehr funktionieren. Dabei ist oft gar nicht viel defekt und eine Reparatur wäre noch mit wenig Aufwand möglich. In Reparaturcafés oder -werkstätten kann man sich helfen lassen – und wieder eine neue Wertschätzung den Gebrauchsgegenständen gegenüber gewinnen.

Bei den meisten dieser Initiativen steht der Wissensaustausch im Vordergrund: Es wird gemeinsam repariert. Dort arbeiten meistens Ehrenamtliche – ehemalige Handwerker und Handwerkerinnen oder einfach nur handwerklich versierte Hobby Tüftler, die zu festgelegten Terminen zusammenkommen, um defekte Geräte instand zu setzen. Was repariert werden kann und wann der nächste Reparaturtermin ist, erfahren Interessierte durch einen Blick auf die Webseite der jeweiligen Initiative. Aufgrund der hohen Nachfrage bitten die meisten um vorherige Anmeldung, um die Termine besser planen zu können.

Spaß am Reparieren früh erlernen

Ein Projekt, das bereits früh die Jugendlichen abholt, ist die Repair-AG am Wilhelm Gymnasium in Braunschweig. Seit 2018 engagieren sich hier erfahrene Heim- und Handwerker ehrenamtlich, um den Mitgliedern der AG zu zeigen, wie sich Dinge wieder instand setzen lassen. Unter fachkundlicher Anleitung werden so Elektrogeräte repariert oder Fahrräder geprüft und instand gehalten. Die Jugendlichen lernen in der AG die praktische Anwendung von Physik und schulen ihr Verständnis von technischen Zusammenhängen – mit Spaß und einem Bewusstsein für Ressourcenschonung.

Junge in rotem Hemd schraubt an blauem Modellfahrzeug auf Werkbank mit Fernsteuerung und Werkzeug
Wenn alles wieder zusammengeschraubt ist, war nicht nur die Arbeit ein Spaß – dann steht auch vormals defektes Spielzeug wieder zum Spaß bereit.

Dank einer Spende der Veolia Stiftung, dem Hauptanteilseigner von BS|ENERGY, konnte die Reparaturwerkstatt seit Sommer 2024 sogar noch besser mit Material und Werkzeug ausgestattet werden. Mittlerweile wurde das Konzept erweitert: Nun sind auch ältere Jugendliche dabei, die Jüngeren beim Reparieren anleiten und unterstützen. Eine win-win-win Situation: für die Eigentümer, die ihre Geräte länger nutzen können und nicht neu investieren müssen, die „Reparateure“, die das Instandsetzen und manuelle Arbeiten mit dem Werkzeug lernen und die Umwelt, die nicht durch noch mehr Abfall strapaziert wird.

Werkstätten und Reparaturcafés in Braunschweig

In der Weststadt bietet die Nachbarschaftswerkstatt jeden ersten, zweiten und dritten Mittwoch im Monat von 16 bis 19 Uhr ihre Dienste an. Hier treffen sich ehemalige Handwerker und teilen ihr im Beruf angeeignetes Wissen mit der Bevölkerung. Es ist vor allem eine Hilfe zur Selbsthilfe, um defekte Haushaltsgeräte, Spielzeug oder Elektronik, auch Computer oder Notebooks wieder instand zu setzen. Das Spektrum der bereits reparierten Geräte reicht vom Toaster über den CDPlayer bis hin zum Kaffeevollautomaten. An speziellen Aktionstagen für Kinder wurden auch schon mal gemeinsam Nistkästen für Vögel gebaut.

Ein weiteres Reparaturangebot ist die Reparaturwerkstatt bei ALBA im Kunden und Umweltzentrum in der Karrenführerstraße. Hier wird immer am vierten Freitag des Monats von 14 bis 16 Uhr gewerkelt.

In der Karlstraße betreibt die Landeskirchliche Gemeinschaft ein Reparaturcafé. Die Termine jeden zweiten Samstag im Monat sind gut besucht, daher ist eine vorherige Anmeldung zu empfehlen. Hier wird sogar auch Unterstützung für TextilReparaturen (z. B. Kleidung, Taschen, Stoffe) angeboten, der Schwerpunkt liegt jedoch auf Haushalts und Alltagsgeräten, die man selbst tragen kann (also keine Waschmaschinen oder Fahrräder). Auch hier ist das Spektrum der reparierbaren Gegenstände groß: Neben Kleidung und elektrischen Geräten können Möbel, Fahrräder oder Spielzeug für eine Reparatur angemeldet werden. Es sind erfahrene ehrenamtliche Reparateure im Café, die Fertigkeiten auf verschiedenen Gebieten mitbringen.

In den Reparaturcafés geht es aber nicht nur um die Technik: Bei einem gemütlichen Kaffee oder Tee kann man sich mit anderen Besuchern über das, was man mitgebracht hat und welche Geschichten sich manchmal damit verbinden, austauschen. Und beim Reparieren gilt auch hier, nicht nur machen lassen, sondern möglichst viel unter Anleitung selbst zu machen.

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