Kohle ade!

BS|ENERGY besiegelt das Ende der Energiegewinnung aus Kohle. Damit rückt das Ziel, Wegbereiter einer flexiblen, ökologischen und bezahlbaren Energieversorgung zu sein, einen großen Schritt näher.

Möglich wurde das durch die Modernisierung unserer Erzeugungsanlagen mit der größten Investition in der Firmengeschichte in Höhe von rund 250 Millionen Euro: Das Kohleheizkraftwerk, das Strom und Wärme am Standort Mitte an der Hamburger Straße produziert, wurde durch ein Biomasse-Heizkraftwerk mit dem Brennstoff Altholz in Kombination mit einem Gasturbinen-Heizkraftwerk ersetzt. Der dritte wichtige Pfeiler bleibt neben den zwei Neuanlagen unsere flexible Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD), die gemeinsam mit den dortigen Wärmespeichern und dem engmaschigen und leistungsfähigen Fernwärmenetz einen idealen Ausgangspunkt für eine moderne Erzeugung bildet.

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Die Geschichte des Kohleausstieges

April 2024 – Kohle ade!

Nach fast 40 Jahren wurde das Braunschweiger Kohleheizkraftwerk am Standort Mitte vom Netz genommen. Vorausgegangen waren die Modernisierung und der Neubau von Erzeugungsanlagen mit der größten Investition in der Firmengeschichte von BS|ENERGY in Höhe von rund 250 Millionen Euro.

Mit den letzten Tonnen Kohle wurde der Kohlekessel heruntergefahren, außer Betrieb genommen und damit der Kohleausstieg von BS|ENERGY vollzogen. „Der Kohleausstieg markiert einen bedeutenden Meilenstein für BS|ENERGY. In den letzten Jahren haben wir konsequent auf diesen Tag hingearbeitet”, betont BS|ENERGY Vorstandsvorsitzender Jens-Uwe Freitag, „Der Ausstieg aus der Energieerzeugung aus Steinkohle, die Reduzierung der CO2-Emissionen und die Förderung erneuerbarer Energien sind wichtige Schritte auf unserem Weg zur Klimaneutralität.”

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Dezember 2023 – Inbetriebnahme

Ende 2023 sind unser Biomasse-Heizkraftwerk und unser Gasturbinen-Heizkraftwerk in den Dauerbetrieb gegangen. Damit findet seitdem ein geregelter Betrieb unter der Verantwortung von BS|ENERGY statt.

22. Juni 2023 – Schwerlasttransport Spitzenlastkessel

Ein rund 15 Meter langes Teilstück eines Schornsteins wurde in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 2023 per Schwertransport über die Reiherstraße zum Heizkraftwerk Mitte transportiert. Seinen Platz findet der Schornstein dann am Standort des künftigen Spitzenlastkessels. Wie die Spitzenlastkessel in den Heizwerken Süd und West dienen diese hauptsächlich dazu, erhöhten Wärmebedarf vor allem im Winter abzudecken und damit die Versorgungssicherheit für Braunschweig zu erhöhen. Das zweite Schornstein-Teilstück, das rund 40 Meter misst und den Zug dann komplettiert, wird voraussichtlich im Juli zusammen mit drei neuen Heizkesseln geliefert.

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10. Mai 2023 – Einweihung

BS|ENERGY hat am 10. Mai feierlich ihre neuen Erzeugungsanlagen am Standort Mitte an der Hamburger Straße eingeweiht, mit denen das Unternehmen in absehbarer Zeit aus der Energieerzeugung aus Kohle aussteigt und damit einen großen Schritt Richtung Dekarbonisierung in der Wärme- und Stromerzeugung in Braunschweig geht.

Im Beisein von Dr. Thorsten Kornblum, Braunschweigs Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender von BS|ENERGY, Matthias Harms, Vorsitzender der Geschäftsführung von Veolia Deutschland, Michael Riechel, Vorstandsvorsitzender der Thüga AG und Frank Doods, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung, führt der Vorstand von BS|ENERGY den Weg zur umweltfreundlichen Energieversorgung in Braunschweig mit der Einweihung der neuen Anlagen konsequent weiter.

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14. Dezember 2022 – Erste Tests erfolgreich durchgeführt

Das Erzeugungsprojekt von BS|ENERGY hat weitere wichtige Meilensteine auf dem Weg zur klimafreundlichen Energiegewinnung für Braunschweig erreicht: So wurde der Biomassekessel des künftigen Biomasseheizkraftwerks zeitweise mit Altholz befeuert, um die Funktionalität der Gesamtanlage zu prüfen. „Dieser Schritt ist ein bedeutender Meilenstein für BS|ENERGY. Denn der Kessel wurde erstmals seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt. Das ist vergleichbar mit den ersten Schwimmversuchen eines neuen Schiffes“, erläutert Jens-Uwe Freitag, Vorstandsvorsitzender von BS|ENERGY.

Von den Tests und den laufenden Arbeiten hat sich Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum ein Bild auf der Baustelle an der Reiherstraße gemacht: „Ich freue mich sehr, dass sich BS|ENERGY mit den neuen Anlagen auf der Zielgeraden befindet. Sie sind ein zentraler Baustein für eine klimaschonende Energieerzeugung, die gleichzeitig die Versorgung in unserer Stadt sichert“, so Dr. Thorsten Kornblum.

Von außen sind auf der Baustelle seit einigen Wochen kaum noch Aktivitäten zu erkennen, die Arbeiten haben sich seitdem in das Innere der Gebäude verlagert: Bis heute sind zahlreiche vorbereitende technische Aktivitäten abgeschlossen. Dazu gehören beispielsweise die Inbetriebsetzung der Fördertechnik wie Krane und Förderbänder oder auch die Zuteilungstechnik wie die Dosiersilos am Kessel. Nach und nach werden Teilsysteme in Betrieb gesetzt und zusammengeschaltet, um die Funktion als Erzeugungseinheit aufzunehmen. Dazu gehören auch die Funktionalität der Sicherheitstechnik und Rauchgasreinigung.

Ein weiterer wichtiger Schritt war zudem die erste Stromerzeugung der Dampfturbine. Hierbei wurde der Generator erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert und zugeschaltet. Im Dezember erfolgt noch die Synchronisation des Gasturbinenheizkraftwerks. Im Anschluss soll auch dessen Generator das erste Mal „unter Last fahren“ und in das Netz Strom einspeisen.

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig auf eventuelle Markt- und Lieferänderungen reagieren zu können, kann BS|ENERGY bei der Energieerzeugung im nächsten Jahr auf eine größere Bandbreite an Energieträgern setzen.

19. August 2022 – Förderbrücke auf HKW-Gelände installiert

Große bauliche Veränderungen lassen sich an den Neuanlagen auf dem Gelände des HKW Mitte von BS Energy nicht mehr erkennen. Denn der Rohbau ist abgeschlossen und auch die Fassade fast vollständig geschlossen. Nun wurde ein letzter wichtiger Bestandteil verbaut, der die bisherigen Anlagenteile komplettiert: Eine 70 Meter lange Förderbrücke, die das neue Biomasseheizkraftwerk (BMHKW) mit dem dazugehörigen Biomasselager verbindet.

Die über 200 Tonnen schwere Förderbrücke besteht aus zwei parallelen Linien mit je einem Förderband. Sie wurde in zwei Einzelteilen weitestgehend vormontiert und dann mit zwei mobilen Kränen eingehoben. Bei dem Hubvorgang selbst musste absolute Windstille herrschen, damit die Förderbrückenteile millimetergenau auf die vorbereiteten Auflager und Anschlusspunkte gesetzt werden konnten.

Bei einer Bandgeschwindigkeit von maximal einem Meter pro Sekunde transportiert die Förderbrücke in Zukunft Altholzschnitzel mit einer Größe von maximal zehn Zentimetern vom Biomasselager in das BMHKW. Je nach gewünschter Dampfleistung des Biomassekessels handelt es sich dabei um fünf bis dreißig Tonnen Altholz pro Stunde. Das erste Altholz erreichte BS Energy bereits Ende Juli. BS Energy arbeitet hier mit seinem Mehrheitsgesellschafter Veolia zusammen. Die Veolia Umweltservice GmbH wird das für die neuen Anlagen notwendige Altholz zuerst aus Hannover und, nach Fertigstellung der neuen Altholzaufbereitungsanlage, aus Lengede liefern.

Neben der Förderbrücke wurden bereits sechs Rohr- und zwei Kabelbrücken im Rahmen des Erzeugungsprojektes errichtet. Diese transportieren Medien wie Strom, Dampf, Fernwärme, Kühlwasser, Löschwasser und Kondensat. Die hierfür verlegten Rohrleitungen nehmen eine Länge von insgesamt 7,5 Kilometern ein. Für die Rohrbrücken selbst wurden etwa 600 Tonnen Stahl verbaut und vorab 54 Fundamente in verschiedenen Größen errichtet.

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29. Juli 2022 – Das erste Altholz ist da

Ende Juli wurde das erste Altholz für das neue Biomasseheizkraftwerk von BS|ENERGY auf das Gelände des HKW Mitte geliefert. Sechs LKW transportierten dabei die ersten 120 Tonnen in das dafür vorgesehene Lager. Veolia steht BS|ENERGY dabei als starker Partner zur Seite und wird auch künftig die benötigte Menge Altholz liefern.

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03. März 2022 – Die Gasturbine ist da

Nach einem mehrtägigen Sondertransport erreichte das Herzstück des im Bau befindlichen Gasturbinen-Heizkraftwerkes das Geländes des HKW Mitte von BS|ENERGY in der Nacht vom 02. auf den 03. März.

Im schwedischen Finspang gestartet, nahm die Gasturbine ihren Weg über die Ost- und Nordsee, weiter durch den Mittellandkanal und anschließend als Schwertransport auf den Straßen Braunschweigs. Nach dem Transport wurde in mehrstündiger Maßarbeit die fast 75 Tonnen schwere Turbine in das neue Kraftwerksgebäude an der Oker eingebaut. Dabei wurde die über 12 Meter lange und über vier Meter hohe Turbine zunächst neben das vorbereitete federgelagerte Fundament positioniert und dann mittels eines speziellen mobilen Kransystems Millimeter für Millimeter auf die finale Position platziert. Bei all dem ist höchste Präzision gefragt, da die Turbinenkomponenten am Ende auf den Hundertstelmillimeter genau zueinander ausgerichtet und verbunden werden müssen, um einen störungsfreien Betrieb zu ermöglichen.

Ein weiteres Herzstück des neuen Gasturbinen Heizkraftwerkes, der Abhitzewärmetauscher, wurde bereits im November letzten Jahres geliefert. In den kommenden Monaten wird das Projektteam nun die Gasturbine fertig installieren und mit dem Abhitzekessel zu einer Einheit verbinden mit dem Ziel, die Gesamtanlage ab Herbst dieses Jahres zu erproben und in Betrieb zu nehmen.

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25. November 2021 – Schwerlasttransport BMHKW

In der Nacht vom 24. auf den 25. November wurden weitere Bauteile für das neue Biomasseheizkraftwerk von BS|ENERGY von Salzgitter zum Heizkraftwerk Mitte transportiert. Der Transport erfolgte zunächst per Schiff zum Braunschweiger Hafen und nahm von dort seinen Weg als Schwertransport in die Hamburger Straße. Auf der gleichen Route wurde im April bereits der sogenannte “Loop Seal” transportiert.

Bei den Bauteilen handelt es sich um drei verschiedene Aschesilos mit einem Gewicht von 15 bis 18 Tonnen, einer Länge von 14 bis 17 Metern und einem Durchmesser von je ca. 4,7 Metern. Die Silos dienen später in dem im Bau befindlichen Biomasseheizkraftwerk der Zwischenlagerung diverser Aschen, die im Verbrennungsprozess der Strom- und Wärmeerzeugung entstehen.

In den vergangenen Wochen sind bereits mehrere Anlieferungen per Sondertransport eingetroffen: Aus Tschechien kamen beispielsweise die mehr als 65 Tonnen schwere Dampfturbine des Biomasse-HKW sowie der Abhitzewärmetauscher und der Kamin des Gasturbinen-HKW.

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16. November 2021 – Schwerlasttransport GTHKW

In einem Konvoi aus sechs Schwerlasttransportern erreichte in der Nacht vom 15. auf den 16. November eine wichtige Komponente des neuen Gasturbinenheizkraftwerkes (GTHKW) das Heizkraftwerk Mitte von BS Energy. Dafür war es beispielsweise notwendig, die Oberleitungen der Straßenbahn sowie Ampelanlagen in der Hamburger Straße vorübergehend zu demontieren.

Beim Hersteller in Tschechien gestartet, reiste der sogenannte Abhitzewärmetauscher per Binnenschiff über die Elbe und diverse Kanäle bis zum Braunschweiger Hafen. Dieser setzt sich aus sieben Modulen zusammen, die bis zu 100 Tonnen aufweisen. Neben der Gasturbine ist der Abhitzewärmetauscher das zweite Herzstück des neuen GTHKW. Er dient zur Erzeugung von Heißwasser für das Braunschweiger Fernwärmenetz.

Ende November wird der dazugehörige Kamin erwartet, der fünf Teile umfasst und später zusammen mit dem Abhitzewärmetauscher eine Höhe von 50 Metern einnehmen wird. BS Energy setzt in seinem Erzeugungsprojekt auf den Einsatz von unterschiedlichen Energieträgern. Neben Gas wird vor allem Altholz eingesetzt. Für das dazugehörige Biomasseheizkraftwerk sind in den kommenden Wochen ebenfalls mehrere Sondertransporte mit weiteren Anlagenteilen geplant.

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10. September 2021 – Richtfest

Mit traditionellem Richtspruch und -kranz, Dank an Projektteam und alle Bauarbeiter sowie guten Wünschen für die Zukunft feierte BS|ENERGY am 10. September 2021 Richtfest am Rohbau des künftigen Biomasse-Lagers für Altholz.

Der Rohbau des Biomasse-Lagers ist rund 20 Meter hoch, 30 Meter breit, 100 Meter lang und fasst etwa 15.000 Kubikmeter Altholz. Um die Versorgung mit dem Brennstoff Altholz künftig sicherzustellen, hat BS|ENERGY bereits einen langfristigen Liefervertrag abgeschlossen.

Neben dem Biomasse-Lager entsteht zeitgleich das Biomasse-Heizkraftwerk: Um den rund 50  Meter hohen Treppenhausturm wächst kontinuierlich die Stahlkonstruktion des Gebäudes in die Höhe. Auf dem Fundament des Gasturbinen-Heizkraftwerks, das am westlichen Teil des Geländes gebaut wird, haben erste Betonwände bereits eine Höhe von 25 Metern erreicht.

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15./16. April 2021 – Schwerlasttransport Loop Seal

Für den Ausstieg aus der Energieerzeugung mit Kohle ist in der Nacht vom 15. auf den 16. April 2021 das größte Bauteil des neuen Biomasse-Kessels per Schwerlasttransport vom Braunschweiger Hafen zum Heizkraftwerk Mitte von BS|ENERGY transportiert worden. Dafür war es beispielsweise notwendig, die Oberleitungen der Straßenbahn an der Hamburger Straße abzubauen.

Der Transport des 8,4 Meter langen, 5,2 Meter breiten und 5,9 Meter hohen Bauteils mit einem Gewicht von 39 Tonnen startete bereits am 2. Februar beim Hersteller Valmet in Finnland und musste aufgrund der zwischenzeitlichen Kälte und nicht befahrbarer Schifffahrtswege pausieren. Am 1. März wurde der so genannte Loop Seal im Braunschweiger Hafen entladen.

Dieses Bauteil ist das Herzstück des im Bau befindlichen Biomasse-Heizkraftwerks, das gleich nach seiner Ankunft am Heizkraftwerk Mitte an Ort und Stelle auf dem vorgesehenen Platz aufgestellt wird.

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05. März 2021 – Treppenhausturm für Biomasse-HKW errichtet

Nach rund zwei Wochen reiner Bauzeit ist der Rohbau des 47 Meter hohen Treppenhausturms im künftigen Biomasse-Heizkraftwerk auf dem Gelände des Heizkraftwerks Mitte an der Hamburger Straße fertiggestellt worden. Möglich war das durch ein Spezialverfahren: Bei der so genannten Gleitschalung wird im 24-Stunden-Schichtbetrieb ununterbrochen Beton in die Schalung gegossen. Der Beton härtet aus, während die Schalung kontinuierlich nach oben gezogen wird. Diese Methode ist nicht alltäglich im Einsatz. Der Turm wuchs hierdurch pro Tag etwa fünf Meter und ragte schnell in die Höhe. Rund 540 Kubikmeter Beton sowie 70 Tonnen Bewehrung als Verstärkungsmaterial wurden dafür verwendet.

01. Februar 2021 – Containerdorf auf dem HKW-Gelände entsteht

In insgesamt 48 Baucontainern auf drei Etagen wird künftig die Modernisierung der Braunschweiger Erzeugungsanlagen koordiniert mit dem Ziel, mit einer neuen Erzeugungsstrategie aus der Kohle auszusteigen.

Ab 1. Februar zieht nach und nach ein Teil des Bauleitungs- und Projektteams mit insgesamt 30 Mitgliedern in die Bürocontainer ein. Künftig ist dort, auf dem ehemaligen Areal des Straßenbahndepots unmittelbar an der Hamburger Straße, auch die Zufahrt für die Baustelle zu finden. Neben der Zugangskontrolle ist in dem rund 32 Meter langen Komplex auch das Corona-Testcenter für alle Projektbeteiligten sowie Schulungsräume für Sicherheitsunterweisungen untergebracht – alles unter Beachtung der geltenden, strengen Infektionsschutzmaßnahmen und Hygieneregeln. Ab Sommer werden hier täglich zwischen 600 bis 700 Personen ein- und ausgehen. Die hohe Anzahl der Personen veranschaulicht die Größe des Vorhabens, im regulären Kraftwerksbetrieb arbeiten im Gegensatz dazu pro Tag etwa 100 Mitarbeiter auf dem Gelände.

Dezember 2020 bis Februar 2021 – Erste Tiefbau- sowie Betonierarbeiten

Ende Dezember 2020 starteten erste Tiefbau- sowie Betonierarbeiten auf dem Gelände des Heizkraftwerks Mitte, bei denen Baugruben ausgehoben und die Bodenplatten für die Neubauten gegossen wurden.

Die Bauarbeiten erfolgen auf engem Raum parallel zu den laufenden Erzeugungsanlagen und dürfen keinstenfalls die Versorgungssicherheit von BS|ENERGY stören. Dem wurde Rechnung getragen u.a. durch ein Monitoring der Bodenerschütterungen. Bei Maßnahmen zur Baugrundverbesserung wurden daher mit Vollverdrängungspfosten ein erschütterungsarmes Bohrverfahren eingesetzt um Beeinträchtigungen zu vermeiden.

03. August 2020 – Grünes Licht für Baubeginn

BS|ENERGY kann mit den Baumaßnahmen für die Modernisierung seines Kraftwerksparks starten und läutet damit den Ausstieg aus der Energieerzeugung mit Kohle ein.

Das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig hat dem Energieversorger die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn erteilt. „Wir sind froh, dass wir nun die Zulassung des Baubeginns von der Behörde haben, zumal wir wegen der Förderung enormen Zeitdruck haben.“, sagt Paul Anfang, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von BS|ENERGY.

Bislang hat BS|ENERGY das Gelände des Heizkraftwerks Mitte an der Hamburger Straße für die Baumaßnahme vorbereitet: Um Platz zu schaffen, wurden nicht mehr benötigte Bauten abgerissen. Dazu gehörten ein Lagergebäude, ein Kühlturm einer nicht mehr benötigten Turbine und ein Heizöltank. Darüber hinaus erfolgten Bombensondierungen auf den neu zu bebauenden Flächen. Zudem wurde am Radweg an der Oker der Gasnetzanschluss für das neu zu errichtende Gasturbinen-Heizkraftwerk gelegt. In den kommenden Wochen wird für die Fundamente der neuen Anlagen der Boden ausgehoben und abtransportiert.

29. April 2020 – BS|ENERGY hat Genehmigungsantrag eingereicht

Es geht weiter bei der Modernisierung der Energieerzeugung in Braunschweig: Den Antrag auf 1. Teilgenehmigung hat BS|ENERGY beim Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig eingereicht.

In der Kurzbeschreibung sind die wesentlichen Punkte des Antrags zusammengestellt.

Der komplette Antrag findet sich ab 6. Mai auf der Homepage des Gewerbeaufsichtsamts Braunschweig. Darin enthalten ist auch der Bericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Eine Pflicht zur Durchführung einer UVP besteht zwar nicht, BS|ENERGY hat diese auf freiwilliger Basis gestellt.

24. April 2020 – Viel los auf dem Gelände des Heizkraftwerks Mitte

Aktuell wird das Gelände des Heizkraftwerks Mitte für die Baumaßnahme vorbereitet: Dazu gehören Abrissarbeiten von nicht mehr benötigten Bauten (ein Lagergebäude, ein Kühlturm einer nicht mehr benötigten Turbine und ein Heizöltank) sowie Bombensondierungen auf den neu zu bebauenden Flächen. Außerdem wird bereits ein neuer Zug in den 200-Meter-Schornstein eingebracht.

Das Konzept: Biomasse und Gasturbine

Mit der Kombination aus einem Biomasse- und einem Gasturbinen-Heizkraftwerk kann BS|ENERGY äußerst flexibel und unabhängig auf alle Anforderungen des Energiemarktes reagieren. Wir sichern aber nicht nur die Strom- und Wärmeversorgung. Darüber hinaus leisten wir auch einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität und zur Senkung der Emission von Luftschadstoffen (siehe FAQs).

Durch die Modernisierung der Erzeugungsanlagen verbessert sich der Primärenergiefaktor in Braunschweig von 0,7 auf 0,27 (Zertifikat). Der weiter verbesserte Primärenergiefaktor bei der Fernwärme wirkt sich auch positiv für Immobilienbesitzer aus, da dieser beispielsweise die Umsetzung von Modernisierungsmaßnahmen erleichtert. Gleichzeitig verbessern sich so die Fördermöglichkeiten von Neukunden und Bestandskunden durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Biomasse-Heizkraftwerk:
recycelte Wärme aus Altholz

Das Biomasse-Heizkraftwerk (Hauptbrennstoff Altholz) besteht aus aus einer Kesselanlage sowie einer Dampfturbine. Die Fernwärmeleistung liegt bei 60 MWth; die elektrische Leistung des geplanten Heizkraftwerks beträgt 21 MW. Das entspricht dem Wärmebedarf von etwa 50.000 Braunschweiger Haushalten.

Die Anlage deckt die Grundlast und läuft ganzjährig. Im Biomasse-Heizkraftwerk kommen im Wesentlichen Altholz der Klassen A II bis A IV sowie kleinere Mengen Landschaftspflegeholz und Siebüberläufe als Brennstoff zum Einsatz (weitere Informationen hierzu finden Sie in den FAQs). Bei der Verbrennung des Altholzes wird nicht mehr Treibhausgas freigesetzt als das Holz bei seinem Wachstum aufgenommen und gespeichert hat. Die energetische Nutzung von Holz erspart der Umwelt daher große Mengen an Kohlendioxid bei der Strom- und Wärmeerzeugung.

Eckdaten zur Anlage:

Kessel

  • Hersteller: Valmet
  • Typ: Zirkulierende Wirbelschicht
  • Brennstoffverbrauch: 85 MW*
  • Parameter: 76 bar, 525° Dampftemperatur, ca. 97t/h Dampf
  • Brennstoffnutzungsgrad: 91%

Dampfturbine

  • Hersteller: Siemens
  • Typ: Gegendruckturbine
  • Parameter: 21 MWel, 60 MWth*

Gesamtanlage

  • Elektrischer Wirkungsgrad: 28%
  • Brennstoff-Nutzungsgrad: 88%

*bei ISO-Bedingungen

Vorteile eines Biomasse-Heizkraftwerks mit dem Hauptbrennstoff Altholz:

  • Energetisch sinnvolle Nutzung unterschiedlicher regional anfallender Mengen (Altholz, Siebüberläufe sowie wenn verfügbar Holz aus der Landschaftspflege)
  • Brennstoff ist günstig und klimafreundlich
  • Altholz ist kurz-, mittel- und langfristig in ausreichenden Mengen verfügbar
  • Die Energieerzeugung aus Biomasse in Braunschweig bekommt eine höhere Qualität: Altholz, das bisher weitgehend alten Anlagen nur zur Stromerzeugung genutzt wird, kann in dieser effizienten Variante zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden (KWK)
  • Deutliche Verbesserung des Primärenergiefaktors

Funktionsweise des Biomasse-Heizkraftwerks

Das Altholz wird in einem geschlossenen Lagergebäude mit Luftfilter aufbewahrt. So gelangen weder Staub noch unangenehme Gerüche nach außen. Über eine 70 Meter lange Förderbrücke wird das Altholz vom Lager in das Kesselhaus des Biomasse-Heizkraftwerks transportiert. Anschließend wird das Altholz in einem Biomassekessel bei 850 – 950 °C verbrannt. Das heiße Abgas erhitzt in einem Kessel Wasser. Der entstehende Wasserdampf treibt eine Dampfturbine an, die mit einem Generator zur Stromerzeugung gekoppelt ist. Der Abdampf der Dampfturbine heizt Fernwärme-Wasser auf. Somit wird der mit Altholz erzeugte Wasserdampf doppelt genutzt: einmal für die Stromerzeugung und einmal für die Wärmegewinnung. Das erhöht den Wirkungsgrad des Kraftwerks (Kraft-Wärme-Kopplung).

Weil im verwendeten Altholz geringe Mengen an Schadstoffen enthalten sind, wird das Heizkraftwerk den sehr strengen Anforderungen der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) entsprechen. Durch die hohen Temperaturen bei der Verbrennung werden die meisten Schadstoffe sofort verbrannt. Den Rest übernimmt eine mehrstufige Rauchgasreinigung nach dem neuesten Stand der Technik.

Die Anlage ist hocheffizient nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG).

Gasturbine: flexibel mit Brennstoff Erdgas

Das Gasturbinen-Heizkraftwerks (GTHKW) mit Abhitze-Wärmetauscher erzeugt Strom und Fernwärme. Die Fernwärmeleistung liegt bei 78 MWth. Die elektrische Leistung des Gasturbinen-Kraftwerks beträgt 68 MWel.

Die Anlage unterstützt die Erzeugung vor allem in der kälteren Jahreszeit. Gasturbinen-Heizkraftwerke können sehr flexibel eingesetzt werden. Dies hat große Vorteile in einem Umfeld mit zunehmender, oft wechselnder Einspeisung von Wind- und Solarstrom. Weitere Informationen hierzu sind in den FAQs zu finden.

Eckdaten zur Anlage:

Gasturbine

  • Typ: SGT 800 C1
  • Hersteller: Siemens
  • Brennstoffverbrauch 151 MW*
  • Parameter: 68 MWel*

Abhitzewärmetauscher

  • Hersteller: Siemens
  • Typ: Wasserrohrkessel
  • Parameter: 78 MWth

Gesamtanlage

  • Elektrischer Wirkungsgrad: 40%
  • Brennstoff-Nutzungsgrad: 87%

*bei ISO-Bedingungen

Vorteile des Gasturbinen-Heizkraftwerks

  • Schnellstartfähig – nur wenige Minuten bis zur Volllast
  • Leistung kann in kurzer Zeit über große Bereiche hoch oder herunter geregelt werden
  • durch gemeinsame Erzeugung von Strom und Fernwärme (KWK) hoher Wirkungsgrad und hohe Brennstoffausnutzung
  • Bauzeit und Investitionskosten geringer als bei anderen Kraftwerken

Funktionsweise des Gasturbinen-Heizkraftwerks

Das Herz des Gasturbinen-Heizkraftwerk ist die Gasturbine. Eine Gasturbine funktioniert ähnlich wie das Triebwerk eines Düsenflugzeugs: In der Brennkammer der Gasturbine wird die im Verdichter komprimierte Luft mit Erdgas vermischt. Das durch die Verdichtung bereits heiße Gemisch wird verbrannt und setzt über die Schaufelräder im anschließenden Turbinenteil einen Generator in Bewegung. Dieser erzeugt Strom. Das nach der Turbine noch heiße Abgas erwärmt in einem Abhitze-Wärmetauscher das Fernwärme-Wasser. Somit wird der Brennstoff Erdgas doppelt genutzt: einmal für die Stromerzeugung und einmal für die Wärmegewinnung. Das erhöht den Wirkungsgrad des Kraftwerks.

FAQs

Allgemeines

Ist Fernwärme überhaupt noch zeitgemäß?

Fernwärme ist aktueller denn je, da es eine von der Erzeugung unabhängige Wärmequelle ist. Auch die Bundesregierung sieht sie als einen Hauptpfeiler der Wärmewende.

Flexible Fernwärme-Systeme sind ein tragender Pfeiler für die zukünftige Energieversorgung. Sie sind – auch nach Ansicht der Bundesregierung – Stützen für die Versorgungssicherheit und ein wichtiger Hebel, um die CO2-Emissionen auf dem Wärmemarkt zu reduzieren. Ein besonderer Vorteil ist, dass die Wärme beim Kunden unabhängig von der Erzeugungstechnologie genutzt werden kann. Die Erzeugung kann daher an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden, ohne dass der Wärmekunde seine Heizung verändern muss.

Außerdem erlauben flexible Wärmenetze – wie das Netz von BS|ENERGY in Braunschweig mit seinen drei Speichern – die Speicherung von großen Energiemengen. So können die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen Strom produzieren, wenn gerade keine Sonne scheint und Photovoltaik-Anlagen keinen Strom produzieren, die Wärme aber erst dann abgeben, wenn unsere Kunden es warm haben wollen. Und wenn ganz viel Wind weht, kann in den Wärmespeichern sogar überschüssiger Strom in Form von Wärme gespeichert werden.

Wird die Fernwärme durch das neue Erzeugungsmodell teurer?

Um die Veränderung bei den zur Fernwärmeerzeugung eingesetzten Energieträgern korrekt abzubilden, passte BS|ENERGY die für die Abrechnung der Fernwärmeversorgung geltende Preisklausel entsprechend an. Da die Kosten von Altholz vergleichbar sind mit den Kosten für Steinkohle, hat das neue Erzeugungsmodell keine Auswirkungen auf den Fernwärmepreis.

Zu beachten ist aber, dass Brennstoffpreise am Markt ständigen Schwankungen unterliegen. Darüber hinaus sind Energieversorger bei der Preisfestsetzung nicht unabhängig: Der Fernwärmepreis unterliegt einer staatlichen Aufsicht, die bei überdurchschnittlich hohen Preisen einschreitet.

Was habe ich als Hausbesitzer von einem besseren Primärenergiefaktor?

Ein niedriger Primärenergiefaktor erzeugt automatisch eine bessere Energiebilanz für Haushalte.

Um den Klimawandel zu verlangsamen und natürliche Ressourcen zu schonen, ist in Deutschland festgelegt, wie viel Energie ein Gebäude benötigen darf. Dabei wird über den Primärenergiefaktor auch berücksichtigt, welche Klimaauswirkungen durch den eingesetzten Energieträger entstehen. Ein Hausbesitzer hat daher die Möglichkeit, den Primärenergiebedarf des Gebäudes zum Beispiel über zusätzliche Dämmung oder die Auswahl eines Energieträgers mit niedrigem Primärenergiefaktor zu verringern. Wenn dieser für die Fernwärme aufgrund anderer Erzeugungsanlagen sinkt, profitieren alle Immobilienbesitzer und indirekt auch Mieter davon, da bauliche Investitionen dadurch vermieden werden können.

Welche Rolle spielt die bestehende Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) im neuen Erzeugungskonzept?

Die Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) bleibt in ihrer jetzigen Form erhalten, Ihre Effizienz wird aber durch neue Bauteile gesteigert.

Die Anlage wurde erst 2010 in Betrieb genommen und ist das modernste Kraftwerk im Anlageportfolio. Unser Lieferant Siemens hat aus der Forschung neuste Erkenntnisse gewonnen, die in der Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) Anwendungen finden: durch einen Austausch der Turbinenschaufeln kann die Leistung gesteigert werden. Dies wurde im Rahmen des Projektes E2030 umgesetzt. Auch wird die Dampfturbine der GuD mit der Dampfturbine des BMHKW verbunden, um die Flexibilität zu steigern.

Warum soll das Kraftwerk weiterhin in der Stadt liegen?

Durch das bereits vorhandene Fernwärmenetz ist es strategisch und wirtschaftlich effizienter, das Kraftwerk am sternförmigen Knotenpunkt Kraftwerk Mitte zu belassen.

Für einen wirtschaftlichen und effizienten Betrieb des Fernwärmenetzes mit seinem sternförmigen Aufbau hat ein zentraler Produktionsstandort einen großen Vorteil. Andernfalls wären hohe Investitionen in neue Leitungen notwendig.

Zudem bleibt die Gas- und Dampfturbinen-Anlage am Standort Mitte eine wichtige Säule der modernisierten Erzeugung, so dass an der Hamburger Straße die bestehende Infrastruktur weiter genutzt werden kann.

Biomasse-Heizkraftwerke und Gasturbinen-Heizkraftwerke verschmutzen doch die Luft ähnlich wie Kohlekraftwerke, oder?

Im Rahmen der Konzeptionierung des Erzeugungskonzeptes wurde das Thema Emissionen (u.a. Staub, Schwefeldioxid, Stickoxid, Kohlenmonoxid) ganzheitlich bewertet. Im Zuge dessen wurde errechnet und durch ein Gutachten des TÜV bestätigt, dass sich die Emissionen unter Einsatz der neuen Erzeugungsanlagen sehr deutlich gegenüber der Ist-Situation reduzieren werden.

Das Biomasse-Heizkraftwerk entspricht zudem den strengen Anforderungen der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV). Bei der Verbrennung des Altholzes herrschen Temperaturen von mehr als 850 °C, so dass die meisten Schadstoffe sofort verbrannt werden. Den Rest übernimmt eine mehrstufige Rauchgasreinigung nach dem neuesten Stand der Technik. Stoffe wie Rostasche werden u.a. im Straßenbau und in der Zementindustrie weiterverwendet. Die Filterstäube werden staubdicht gelagert, abtransportiert und fachgerecht entsorgt, was zumeist eine gesicherte Deponierung bedeutet.

Hat BS|ENERGY überhaupt ausreichend emissionsfreie Alternativen geprüft? Wurde diese Variante nur umgesetzt, weil andere nicht wirtschaftlich sind?

BS|ENERGY hat in seinem Strategieprojekt alle möglichen Primärenergieträger geprüft und mit dem jetzigen Konzept den bestmöglichen Kompromiss aus Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit erzielt.

Im Rahmen der Strategieentwicklung – begonnen haben wir damit bereits 2014 – haben wir 2016 ein großes Projekt mit vielen verschiedenen internen Experten und externe Beratern gestartet. In diesem Projekt haben wir alle möglichen Primärenergieträger geprüft. Mit Altholz und Erdgas machen wir schon jetzt einen riesigen Schritt.

Insbesondere bei dem Einsatz erneuerbarer Energieträger werden wir aber dranbleiben und auch weitere ganz andere Alternativen im Detail analysieren. Klar ist jedoch, dass fast alle erneuerbaren Energiequellen sehr gut in unser Konzept integriert werden könnten und sich in Zeiten viel Wind und Sonne und daraus resultierenden Stromüberschüssen perfekt ergänzen.

Biomasse

Warum setzt BS|ENERGY vornehmlich Altholz ein?

Altholz ist ein Brennstoff, der nachhaltig ist, kontinuierlich anfällt und größtenteils nicht anderweitig, zum Beispiel durch Recycling, verwertet werden kann und auch nicht deponiert werden darf.

Momentan wird in den meisten anderen Biomasse-Kraftwerken mit Hauptbrennstoff Altholz nur ca. 30 Prozent der wertvollen, im Holz gespeicherten Energie genutzt. Durch das neue moderne Heizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung kann BS|ENERGY diesen Anteil auf fast 85 Prozent erhöhen. Vornehmlich wird dabei Altholz aus der Region Braunschweig sowie aus den angrenzenden Teilen Niedersachsens und Sachsen-Anhalts verwendet, sodass keine langen Transportwege notwendig sind. Dadurch lässt sich nachhaltige und dennoch für unsere Kunden günstige Wärme erzeugen. Im Biomasse-Heizkraftwerk kommt, neben Landschaftspflegeholz und Siebüberläufen (max. 10 Prozent Anteil), im wesentlichen Altholz der Klassen A II bis A IV als Brennstoff zum Einsatz. Die Verwertung und Beseitigung von Altholz wird in der Altholzverordnung (AltholzV) geregelt. Das meiste Altholz ist Abfall im Sinne der Abfallverzeichnisverordnung (AVV).

Landschaftspflegeholz         

  • Naturbelassenes Holz und holzige Materialien
  • Beispiele: Stammholz, Ast-, Strauch- und Grünschnitt u.a. von Grundstückseigentümern und Straßenmeistereien

Siebüberläufe

  • Nichtkompostierbare holzartige Rückstände aus Kompostieranlagen (z.B. holzartige Teile von Pflanzen, Holzgeschirr, Mango- und Avocadokerne)

A I

  • Lediglich mechanisch bearbeitetes und nur unerheblich verunreinigtes Holz
  • Beispiele: Verschnitt, Paletten, Kisten, naturbelassenes Bauholz

A II

  • Verleimtes, gestrichenes, beschichtetes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Holz ohne Kunststoffe oder Holzschutzmittel in der Beschichtung
  • Beispiele: Holzwerkstoffe, Paneelen

A III

  • Verleimtes, gestrichenes, beschichtetes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Holz mit Kunststoff-Verbindungen aber ohne Holzschutzmittel in der Beschichtung
  • Beispiele: Möbel, Küchen, sonstige Inneneinrichtungen

A IV

  • Mit Holzschutzmittel behandeltes, imprägniertes oder beschichtetes Holz
  • Beispiel: Türen und Fenster aus dem Außenbereich, Dachbalken, Leitungsmasten, Holz aus dem Garten- und Landschaftsbau
  • Stoffliche Verwertung von A IV-Holz ist gemäß Verordnung ausgeschlossen

Altholz ist doch gar keine Biomasse im Sinne der Biomasseverordnung. Wieso verwendet BS|ENERGY dennoch die Bezeichnung Biomasse-Heizkraftwerk?

Im Allgemeinen wird Altholz als Biomasse bezeichnet, wir verwenden jedoch, um Missverständnisse zu vermeiden, den Begriff Biomasse-Heizkraftwerk „Hauptbrennstoff Altholz“.

BS|ENERGY betreibt ein vornehmlich mit dem Brennstoff Altholz betriebenes Holzheizkraftwerk. Altholz ist tatsächlich keine Biomasse im Sinne der aktuellen Biomasseverordnung (BiomasseV). Für die Verwendung des Begriffs „Biomasse“ ist die BiomasseV jedoch auch gar nicht relevant. Diese regelt nur, welche Brennstoffe eingesetzt werden dürfen, damit die Heizkraftwerke nach dem Erneuerbaren Energie Gesetz (EEG) gefördert werden können. In einer früheren Form der BiomasseV zählte auch Altholz dazu. Im allgemeinen Verständnis werden unter anderem deswegen alle Formen von Holz – Frischholz und Altholz ­ als Biomasse bezeichnet. Mit nur wenigen Ausnahmen werden somit in Deutschland alle Holz(heiz)kraftwerke, die Altholz einsetzen, als Biomasse(heiz)kraftwerke bezeichnet. Dieser Benennung hat sich BS|ENERGY angepasst, um die Vergleichbarkeit mit ähnlichen Heizkraftwerken zu vereinfachen. Um Missverständnissen vorzubeugen, kommuniziert BS|ENERGY den Begriff Biomasse-Heizkraftwerk mit dem Zusatz „Hauptbrennstoff Altholz“.

Wieso nutzt BS|ENERGY nicht zu 100 Prozent Biomasse aus Frisch- oder Waldrestholz?

Für eine Stadt mit einer Größe von Braunschweig ist regional nicht ausreichend nachhaltige Biomasse aus Frisch- und Waldrestholz oder auch Landschaftspflegeholz vorhanden, sodass dieses über die Landesgrenzen hinweg oder sogar aus Übersee beschafft werden müsste. Auch sieht BS|ENERGY es als nicht nachhaltig an, wenn für die Wärmeversorgung von Braunschweig in Elm und Harz zusätzliche Bäume gefällt werden müssten. Deshalb hat BS|ENERGY sich zusätzlich zu regional anfallenden Mengen von Landschaftspflegeholz im Wesentlichen für Altholz entschieden.

Woher kommt das Altholz?

Das Altholz, das BS|ENERGY zur Energieerzeugung im Heizkraftwerk Mitte verwertet, stammt aus einem Umkreis von ca. 250 Kilometern. Aufbereitet wird es in einer eigens dafür von Veolia gebauten Aufbereitungsanlage in Lengede-Broistedt im Kreis Peine.

Ist es möglich, das Altholz per Zug zum Heizkraftwerk zu transportieren?

Unser Altholz wird an einem zentralen, neu errichteten Standort in Lengede aufbereitet. Daher fokussieren wir uns derzeit auf den Transport per LKW. Im Vorfeld wurden gründliche Überlegungen angestellt und die Entscheidung für den Pendelverkehr per LKW bewusst getroffen, um ein hohes Maß an notwendiger Flexibilität zu gewährleisten und damit die Möglichkeit zu haben, rasch auf sich ändernde Umstände reagieren zu können. Diese Wahl ermöglicht es uns, unsere logistischen Abläufe effizient und bedürfnisorientiert zu steuern.

Parallel dazu wird das Bahnnetz auf unserem Kraftwerksgelände weiter betrieben, um die Anlieferung von aufbereitetem Altholz in Zukunft auch per Zug zu ermöglichen. Ebenso wird die Möglichkeit betrachtet, das Altholz über Binnenschiffe zum Hafen Braunschweig zu transportieren.

Macht eine stoffliche Verwertung von Altholz nicht viel mehr Sinn, als eine thermische?

Für einige Altholzklassen mag das zutreffend sein, aber für Altholz ab Klasse III ist eine Stoffliche Verwertung sowie Deponierung verboten. Altholz, vor allem Altholz der Klasse A I, sollte zunächst möglichst recycelt, das heißt. stofflich verwertet werden (z.B. zur Herstellung von Spanplatten). Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Holz leistet durch die Speicherung von Kohlenstoff in langlebigen Holzprodukten einen Beitrag zur Abschwächung des Klimawandels. Aber nicht das gesamte Altholz kann stofflich verwertet werden. Insbesondere für Altholz der Kategorie III und IV ist die thermische Verwertung in speziell auf diesen Brennstoff angepassten Biomasse-Heizkraftwerken die beste Verwendung im Sinne des Nachhaltigkeitsprinzips, weil dieses die Anforderungen der Holzwerkstoffindustrie z.B. wegen Fremdstoffen wie Glas oder Metall nicht erfüllt. Weil im Altholz geringe Mengen an Schadstoffen enthalten sind, wird das Heizkraftwerk den sehr strengen Anforderungen der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) entsprechen. Die mit Altholz erzeugte Energie wird in der geplanten Anlage doppelt genutzt: einmal für die Stromerzeugung und einmal für die Wärmegewinnung. Das erhöht den Wirkungsgrad des Kraftwerks (Kraft-Wärme-Kopplung).

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erzeugung-der-zukunft@bs-energy.de